Es scheint, als wäre das Glück in diesen Tagen auf den Seiten des FC Basel. Zuerst konnte am letzten Samstag mit einer starken Willensleistung das Spiel gegen den FC Sion gedreht und eine der besten Darbietungen in der Liga abgeliefert werden. Dann konnte man am Mittwoch sensationell Manchester United besiegen. Und dann gab es noch diesen Moment im nachmittäglichen Training am Donnerstag, der vor allem für einen noch schöner war: Ricky van Wolfswinkel konnte erstmals wieder Fussball-Schuhe anziehen. 

Der Königstransfer des Sommer verletzte sich bei der letzten grossen Sternstunde im Joggeli beim 5:0 gegen Benfica Lissabon am 27. September. Der Mittelfuss war gebrochen. Van Wolfswinkel seither in der Reha und im Aufbau. Am Donnerstag konnte er dann erstmals wieder auf den Platz.

Und auch am Freitag tauchte er auf dem Trainingsplatz auf, war bestens gelaunt. Noch trainiert er zwar abseits der Mannschaft, aber immerhin schon mit dem Ball am Fuss. «Wie ich gestern und heute gesehen habe arbeitet er bereits wieder relativ hart. Das ist ein grosser Schritt im Vergleich zu dem, was er noch letzte Woche hat machen können», zeigte sich sein Trainer Raphael Wicky ob der hohen Belastung erstaunt. 

Luzern mal zwei

«Das ist sehr positiv. Ricky ist ein extrem wichtiges Mitglied der Mannschaft. Ich will aber weder eine Prognose abgeben noch Druck machen», ergänzte Wicky ahnend, dass der Einstieg ins Mannschaftstraining für van Wolfswinkel wohl auch nächste Woche noch zu früh wäre. 

In dieser anstehenden Woche stehen für den FCB erneut drei Spiele auf dem Programm, zuerst zwei Mal gegen den FC Luzern – auswärts in der Liga und dann zu Hause im Cupviertelfinal – und dann in Lausanne. 

Dass der FCB nun innert fünf Tagen zwei Mal auf den selben Gegner treffen wird, «ändert auch nichts daran, dass ich wie gewohnt von Match zu Match schaue», sagte Wicky. Natürlich würden sich die Videos bei der Vorbereitung ähneln. «Aber ich mache mir auch noch keine Gedanken darüber, ob ich am Mittwoch gleich spielen will wie am Samstag.»

Klar ist für den FCB-Trainer aber, dass das Spiel in Luzern in der Meisterschaft bedeutender ist als der Cupviertelfinal. «Natürlich ist es schön, am Ende der Saison jeweils in einem Cupfinal spielen zu können. Aber die Liga ist wichtiger. Das ist unsere Priorität, das ist das Wichtigste für den FC Basel.» In der Liga nämlich müsse man seine Aufgaben erledigen, um auch weiterhin solche magischen europäischen Nächte wie jene am Mittwoch gegen Manchester United erleben zu können. 

Ein kurzer Moment des Genusses

Dieser sensationelle Sieg wirkte am Donnerstag noch nach. Zurecht, wie Wicky findet. «In dieser schnelllebigen Welt ist es manchmal auch einfach mal wichtig, dass man in einem Moment drin sein und diesen geniessen kann.» Schliesslich sei ein Sieg gegen United alles andere als selbstverständlich und «ich weiss nicht, wie oft ich in meiner Karriere Manchester United noch besiegen werde.»

Dasselbe gelte für die Spieler, denen er am Donnerstag ebenfalls zugestanden hatte, diesen Sieg zu geniessen. «Aber ab Freitag war der Fokus wieder voll auf Luzern.» Schliesslich seien sich alle bewusst, dass man sieben Punkte Rückstand auf YB habe und daher vor allem das erste der beiden Duelle gegen Luzern enorm wichtig sei. 

Für van Wolfswinkel kommen diese Duelle gegen Luzern und jenes gegen Lausanne von nächstem Samstag mit Sicherheit noch zu früh. Er trabte um den Platz, arbeitete alleine mit den Physios. Aber lange will er nicht mehr warten auf sein Comeback. Vor ein paar Wochen gab er das Spiel in Lissabon als Ziel für seine Rückkehr aus. Dieses ist am 5. Dezember. Und wie sieht er das heute? Ist ein Einsatz in der alten Heimat realistisch? «Sowieso», sagte er grinsend und drehte seine nächste Runde.