Volleyball
Russischer Samba zum Abschluss der Volleyball-Festtage

Dinamo Krasnodar gewinnt das 25. Women’s Top Volley International gegen Banana Boat Praia mit 3:1. Volero Zürich belegt beim Frauenturnier in Basel den vierten Schlussrang.

Paul Ulli
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Frauenturnier Top Volley in Basel
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Yusleyni Herrera Alvarez (Banana Boat Praia) gegen Rosir Calderon Diaz(Dinamo Krasnodar).
Die Siegerinnen von Dinamo Krasnodar.
Die Finalistinnen von Banana Boat Praia.
Die beste Spielerin des Turniers im Angriff: Rosir Calderon Diaz von Dinamo Krasnodar.
Volero Zuerich unterlag im Spiel um Rang 3.
Olesia Rykhliuk von Volero Zuerich im Angriff gegen Eva Yaneva von Racing Club de Cannes.
Racing Club de Cannes freut sich über Rang 3.

Frauenturnier Top Volley in Basel

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Es war ein Novum beim Jubiläumsturnier in Basel. Zum ersten Mal standen sich im Final ein russisches und ein brasilianisches Team gegenüber. Und Volleyballkenner wissen, dass auch die Vergleiche dieser Nationalmannschaften seit Jahren nicht nur hart umkämpft, sondern auch äusserst hochstehend sind. Nicht anders war dies am Sonntagabend vor über 7000 begeisterten Zuschauern.

Zwar verzeichneten die Russinnen mit Topstar Rosir Calderon Diaz einen veritablen Fehlstart und lagen schnell mit 3:7 in Rückstand. Doch spätestens beim Spielstand von 17:13 zugunsten der Mannschaft von Trainer Avital Selinger war dies Schnee von gestern und der Transsibirische Volleyballexpress rollte ungebremst in Richtung Satzgewinn.

Auch im zweiten Durchgang lagen die Südamerikanerinnen mit 7:5 in Front, doch die in der russischen Meisterschaft nur auf Platz zehn stehenden CEV-Cup-Gewinner reagierten auf diesen erneuten Rückstand gereizt und schalteten einen Gang höher. Quintessenz dieser erneuten Steigerung war ein relativ deutlicher 25:17-Satzgewinn.

Schachzug mit Wirkung

Nach einem 6:10-Rückstand zog Banana-Boat-Headcoach Spencer Lee Van Dijk seinen letzten Joker und brachte mit Marianne Steinbrecher (30) und Herrera (29) seine zwei Altmeisterinnen. Dieser Schachzug zeigte Wirkung. Krasnodar, bislang souverän auftretend, kam nicht nur ins Stolpern, sondern verlor den dritten Satz überraschend deutlich mit 17:25. Russische Reaktion? Ja! Nach einem 3:4-Rückstand fand Turnierneuling Dinamo wieder in die Spur und bejubelte nach dem 25:19-Satzgewinn verdientermassen den Sieg am Basler Turnier.

Power-Volleyball um den 3. Platz

Experten hatten in der Partie um Rang 3 zwischen dem Titelverteidiger Racing Club de Cannes und Volero Zürich den eigentlichen Finalmatch gesehen. Doch wie sagte der ab 2014 neue starke Mann des Turniers, Stav Jacobi, vor dem Spiel: «Beide Mannschaften müssen ohne einige wichtige Teamstützen antreten. Deshalb wird es ein sehr enges Game geben.» Dass er mit seiner Meinung absolut richtig lag, zeigt ein Blick auf die Satzresultate.

Nach dem mit 25:23 gewonnenen Startsatz musste Volero die beiden nächsten Sätze äusserst knapp ihren Gegnerinnen überlassen. Es waren in dieser Phase einmal mehr die beiden überragenden Cannes-Angreiferin Nadia Centoni und Eva Yaneva, welche die Mannschaft von Trainer Dragutin Baltic mit Topscorerin Kenia Carcaces in die Schranken wiesen. Nach dem wahrlich hart erkämpften Satzvorsprung brachte die Ukrainerin Olesia Rykhliuk ihr Volero-Team nicht nur in die Spur zurück, sondern gleich ins Tiebreak. Dort machten aber die Frauen von der Côte d’Azur kurzen Prozess und holten sich verdient den dritten Turnierplatz.

Team Suisse mit Fortschritten

Nicht mehr ganz an die Leistungen der Vortage anknüpfen konnte das junge Team Suisse, welches sich in Basel für die WM-Ausscheidungsspiele vorbereitete. Trotzdem konnten die Zuschauer sehen, dass das Team von Interimscoach Timo Lippuner mit den Routiniers Mandy Wigger und Sandra Stocker sowie den talentierten Laura Künzler, Elena Steinemann und Libera Tabea Dalliard auf gutem Wege ist. Gegen den Schweriner SC gab es aber trotz kämpferischer Gegenwehr eine 0:3-Niederlage und damit den letzten Turnierrang.