Leichtahtletik

Ryan Wyss rennt mit grossen Schritten in Richtung Erfolg

Schnell unterwegs: Ryan Wyss ist derzeit in absoluter Topform.

Schnell unterwegs: Ryan Wyss ist derzeit in absoluter Topform.

Dem Itinger gelang über die Distanz von tausend Metern eine Allzeitbestleistung. Und das, nachdem Ryan Wyss wegen einer Verletzung am Hüftgelenk mehrere Monate ausfiel.

Schneller ist kein Schweizer in der U16-Kategorie je gelaufen. Im Januar überquerte Ryan Wyss die Ziellinie seines 1000-Meter-Rennens nach 2:36.16 Minuten – und toppte den bis dahin anhaltenden Rekord vom Glarner Tom Elmer. Daran geglaubt hat der Athlet aus Itingen eigentlich schon immer: «Ich wusste, dass ich diese Zeit laufen kann. Dass es mir draussen, sowie in der Halle gelungen ist, freut mich natürlich.» Der bald 15-Jährige gilt in der Mitteldistanz als eines der grössten Talente der Schweiz.

Noch mehr Disziplinen

Auch über 800 und 600 Meter ist Wyss kaum zu schlagen. Bald wird er auch Rennen über 400 Meter bestreiten. «Ich möchte mich in Zukunft auf die 800 m und 400 m spezialisieren. Diese werden an grossen internationalen Wettkämpfen wie Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften durchgeführt», erklärt der 1.86 m grosse Sportler. Diese Wettkämpfe sind auch das Fernziel des Sekundarschülers, der im August eine Banklehre mit kaufmännischer Ausbildung in Liestal beginnen wird. Vier Mal in der Woche trainiert er auf der Bahn. Weitere zwei Einheiten absolviert er, um seinen Rumpf zu stärken und die Stabilisation zu verbessern. Das harte Training und die Ausbildung unter einen Hut zu bringen, bereitet dem mehrfachen Junioren-Schweizer-Meister keine Mühe – seiner Zielstrebigkeit sei Dank. «Schon als kleiner Junge hat Ryan sich gut auf etwas fokussieren können, das hilft ihm im Sport und in der Schule, auch wenn letztere nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Er ist aber sehr zuverlässig», sagt Mutter Andrea Wyss, welche früher selbst als Sprinterin in der Leichtathletik aktiv war.

Bestleistung nach Verletzung

Sein Ehrgeiz half ihm auch in der bisher schwierigsten Phase seiner noch jungen Karriere. Im letzten Jahr litt Wyss an einem einseitigen Anriss der Wachstumsfuge im Hüftgelenk, was ihn zu einer mehrmonatigen Pause zwang. Dass er in der anschliessenden Saison gleich eine Allzeitbestleitung realisierte, ist für ihn kein Zufall: «Die Pause habe ich anscheinend gebraucht.» Momentan befindet sich der 14-Jährige in Topform. Vergangenen Sonntag erzielte er bei einem Meeting in Deutschland eine weitere persönliche Bestleistung über 600 Meter.

Sein nächstes grosses Ziel findet erst im kommenden Jahr statt. Dann möchte er sich an der Jugend-Olympiade mit der internationalen Konkurrenz messen. Seine Chancen sich zu qualifizieren seien intakt, blickt der Teenager optimistisch in die Zukunft. Langfristig sollen Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen folgen. Ob dies mit der Belastung der Lehre möglich ist, wird sich zeigen. «So wie ich ihn kenne, wird er Lehre und Sport vereinbaren können», ist Mutter Andrea überzeugt.

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