Bob

Sabina Hafner wechselt vom engen Eiskanal in die grossen Hörsäle

Keine Wettkämpfe mehr für Sabina Hafner in näherer Zukunft. Die Baselbieter Bobfahrerin kehrt dem Sport vorläufig den Rücken und konzentriert sich auf ihren Beruf und ihr Studium der Elektrotechnik. Ein Traum, den sie schon seit Langem hegt.

«‹Den Rücktritt erklären›, das klingt geschwollen. Das möchte ich nicht», meint Sabina Hafner lachend. «Zudem kann es sein, dass ich zurückkehre und wieder Rennen bestreiten werde, wenn auch nur hobbymässig.» Im Moment hat Hafner jedoch keine Zeit, um sich den Eiskanal hinunter zu stürzen. Neben ihrer Anstellung als Elektronikerin studiert sie seit diesem Sommer Elektrotechnik im Teilzeitstudium an der Fachhochschule in Winterthur. Ein Wunsch, den die Baselbieterin seit ihrem 16. Altersjahr hegte. Doch wie kam sie zum Entscheid, das Studium jetzt in Angriff zu nehmen?

«Es war ein langer Prozess, der bereits nach den Olympischen Spielen in Vancouver begann», erklärt Hafner. Ein Jahr danach wechselte die erfolgreiche Bobpilotin, die in ihrer Karriere eine Silber- und eine Bronzemedaille an Weltmeisterschaften, drei Junioren WM und zahlreiche Schweizer Meister Titel gewann, zum Skeletonsport. Kein einfacher Wechsel für die passionierte Bobfahrerin. Hinzu kam, dass sie gleich bei ihrem ersten Europacup Einsatz in Königssee stürzte und daraufhin mit einer Gehirnerschütterung mehrere Tage im Spital lag. «Der Sturz war so etwas wie die Initialzündung. Noch als ich im Bett lag, dachte ich mir, jetzt wird es Zeit», blickt sie zurück.

Die Saison beendete sie noch und fuhr dabei regelmässig in die Region der Top Ten. «Das war akzeptabel, aber nach dem Sturz habe ich in der Bahn die Füsse runter genommen und gebremst», so Hafner. Nach Gesprächen mit ihrem Umfeld und ihrem Verein entschied sie sich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen war. «Die zehn Jahre Spitzensport waren hammerschön, aber es ist an der Zeit, mich beruflich weiterzubilden», fasst sie ihren Entscheid zusammen.

Dem Sport verbunden bleiben

Trotz der neuen beruflichen Herausforderung werde sie ihren Sport vermissen: «Den Zug der Steuerseile zu spüren, die Gewissheit zu haben, den Bob absolut zu beherrschen; das wird mir fehlen. »Besonders gerne erinnere sie sich an die Heim-WM 2007 in St. Moritz, an der sie die Bronzemedaille gewann. «Im eigenen Land vor vielen angereisten Kollegen zu fahren, war das Schönste. Da hatte ich Gänsehaut am Start», erzählt sie.

Obwohl Sabina Hafner ihren Fokus vom Spitzensport auf ihre Ausbildung verschoben hat, wird sie auch in Zukunft mit dem Bob verbunden bleiben. Denn einmal pro Woche leitet sie im Bobklub Frauenfeld das Techniktraining. «Ich möchte mein Wissen an die Jungen weitergeben. Gerne würde ich auch die Wettkampfbetreuung übernehmen, aber das liegt zeitlich im Moment leider nicht drin», schliesst sie ab.

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