Es gibt wenige Teams, die auf dem Buschweilerhof spielerisch mit dem Gastgeber mithal­ten können. Im letzten Herbst war dies der Nachwuchs des FC Luzern, der gleich mit 5:1 triumphierte. Und nun präsentierte sich ein FC Baden, der eindrücklich bewies, warum es momentan die stärkste Equipe dieser Gruppe 2 in der 1. Liga ist.

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive, kurzweilige und rassige Partie, welche ih­ren ersten Höhepunkt im Freistosstor von Luca Ladner hatte. Wie der Baden-Captain den Ball aus 25 Metern über die Abwehrmauer der Basler ins rechte, hohe Eck drehte, war phänomenal. Ein Lionel Messi hätte es nicht besser machen können. Aber auch das Aus­gleichstor fiel nach einem Freistoss. Valon Muslija wuchtete den Ball aus 20 Metern in die tiefe (Goalie-)Ecke und überraschte damit Gastkeeper Senad Mujovic.

Wie intensiv die ersten 45 Minuten verliefen, zeigen die sechs Verwarnungen, welche der aufmerksame Ref aussprechen mussten. In einer Partie, welche verbissen, aber durchaus fair verlief.

Die zweiten 45 Minuten waren, zumindest, was den Ballbesitz anbelangte, ausgeglichen. Doch mit dem erneuten Führungstreffer für die Aargauer – erzielt durch Topskorer Nenad Bijelic – gerieten die Platzherren in Zugzwang. Der Wille, den erneuten Ausgleich zu schaffen, war spürbar. Die Basler kamen auch zu Abschlüssen, denen es aber an der Prä­zision fehlte. Und es war eine Bilderbuch-Kombination Marke «Barça» (ein doppelter Dop­pelpass mit jeweils direkter Weiterleitung), der zum 3:1 und zur Siegessicherung führte. Der Schuss von Michael Schär kugelte via Innenpfosten in die Maschen.

«Der Gegner war sicher stark, hat viel spielerische Substanz. Aber wir haben ihn durch un­ser naives Verhalten, gerade beim Spiel gegen den Ball, noch stärker gemacht», monierte Black-Stars-Hüter Steven Oberle nach Abpfiff. Auch «Blägg»-Sportchef Peter Faé sprach von einem «verdienten Badener Sieg». Weniger erfreut war der «Mister-Black-Stars» über den Platzverweis von Mihael Kovacevic, der sich bei seiner Einwechslung mit einem rüden Foul «vorstellte» und seinen Abgang mit einem Platzverweis «krönte». Gut möglich, dass man ihn in dieser Saison nicht mehr im Black-Stars-Dress sehen wird…

Und auch die Tatsache, dass einige arrivierte Kaderspieler in der 2. Mannschaft, die gegen den Abstieg in die 3. Liga kämpft, aushelfen mussten, fruchtete nichts. Gegen den Leader Reinach setzte es eine 0:6-Niederlage ab. Dass einer dieser Akteure – unentschuldigt – nicht zum Spiel erschien, sei dezent erwähnt. Auch er dürfte auf dem «Buschwilerhof» kei­ne Zukunft mehr haben.

Und mit der Verlustpartie gegen Baden, das in dieser Verfassung garantiert die Barrage­spiele zur Promotion League erreichen wird, ist das (hohe) Saisonziel des FCBS – Rang 3 - ausgeträumt. An Substanz und Spielstärke fehlt es dem Traditionsverein nicht – einigen Akteu­ren aber wohl an Disziplin und Reife. Doch dies wird Sportchef Faé bestimmt ändern respektive regeln!