Eishockey
Sandra Thalmann gibt ihr Comeback bei den Olympia-Heldinnen

Das Frauen-Nationalteam biegt nach zwei Vierländerturnieren mit schwächer eingestuften Gegnerinnen langsam auf die Zielgerade der Vorbereitung für die WM 2015 ein. Am «Six Nations Cup» in Füssen (De) treffen die Schweizerinnen auf Top-8-Teams.

Andreas Fretz
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Rückkehr aufs Eis: Sandra Thalmann (links) spielt wieder für die Nati.

Rückkehr aufs Eis: Sandra Thalmann (links) spielt wieder für die Nati.

KEYSTONE

Erstmals wieder im Team nach ihrem Kreuzbandriss im Frühling ist Sandra Thalmann. Vor einem knappen Jahr zählte die 22-jährige Eishockeyspielerin aus Pratteln zum Team, das sensationell Olympia-Bronze in Sotschi gewonnen hatte. Das Spiel um Rang drei gegen Schweden war ihr letzter Auftritt im Natidress.

Noch nicht die Alte

«Ich habe mich riesig auf diese Rückkehr gefreut und sehr hart dafür gearbeitet», sagt Thalmann, die sich im allerletzten Meisterschaftsspiel der vergangenen Saison die Verletzung zuzog. In der Liga hat sie erst wieder dreimal für den SC Reinach spielen können.

Körperlich sei sie noch nicht in der Form, wie bei den Olympischen Spielen, «aber wenn alles optimal läuft, kann es für die WM reichen», ist Thalmann optimistisch. In Füssen rechnet sie noch nicht damit, in allen drei Partien durchzuspielen.

Nationaltrainer Gian-Marco Crameri sieht sich nach dem Turniersieg in Amiens kurz vor Weihnachten in seiner «Findungs- und Entwicklungsphase» des Teams bestätigt. Erstmals werden in Füssen alle in Übersee engagierten Spielerinnen dabei sein und damit zusätzlichen Druck auf den Selektionsprozess für die WM Ende März in Schweden ausüben.

Nabholz nicht mehr dabei

Crameri bot für den «Six Nations Cup» 22 Spielerinnen und 3 Torhüterinnen auf. «Es sind alle Spielerinnen dabei, die sich bisher mit ihren Leistungen auf und vor allem auch neben dem Eis aufgedrängt haben. Jede einzelne kann sich noch einmal beweisen, denn der Weg bis zur WM ist noch lang.»

Nicht mehr im Team ist die 28-jährige Baslerin Kathrin Nabholz. Die Bronzegewinnerin von Sotschi ist ebenso zurückgetreten wie Angela Frautschi. Nicht dabei in Füssen ist auch die verletzte Sara Benz. Aus dem Olympiateam fehlen nebst Benz sowie den zurückgetretenen Nabholz und Frautschi auch Jessica Lutz, Nicole Bullo (beide Beruf/Nati-Pause) und Alina Müller (U18-WM in Buffalo).

Test gegen WM-Gegner

In Füssen steht heute gleich im ersten Turnierspiel eine Neuauflage des Olympia-Bronzespiels zwischen Schweden und der Schweiz auf dem Programm. «Ein sehr spezielles Spiel», findet Sandra Thalmann, «die Schwedinnen wollen sich bestimmt für die Olympia-Pleite revanchieren.»

Im zweiten Gruppenspiel treffen die Schweizerinnen am Montag auf «Dauergegner» Deutschland. Das Turnier wird am 6. Januar mit einem Platzierungsspiel beendet, mögliche Gegner sind Finnland, die U22-Auswahl Kanadas oder Russland. Crameri freut sich auf die beiden Duelle gegen Schweden und Deutschland. «Sie werden auch an der WM zu unseren Gruppengegnern zählen. Deshalb ist es mir wichtig, bereits in Füssen zu zeigen, dass wir ihnen unser Spiel aufdrängen wollen.»