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SC Dornach: Der Aufbruch nach dem grossen Umbruch

SCD-Sportchef Patrick Manz.

SCD-Sportchef Patrick Manz.

Heute kann die Überraschungsmannschaft des ersten Saisonviertels, der SC Dornach, die Tabellenspitze übernehmen. Voraussetzung dafür ist ein Sieg bei Leader Höngg.

Nachdem der SC Dornach im Frühling 2013 in die 2. Liga interregional abgestiegen war, verliessen die Spieler den Verein in Scharen – am Schluss waren ganze drei übrig. Patrick Manz, der zu dieser Zeit sein Amt als Sportchef antrat, musste entsprechend Augenmerk auf die Quantität legen. «Wer zu haben war, den habe ich geholt», blickt er schmunzelnd zurück.

Die zur «Übergangssaison» deklarierte letzte Spielzeit schlossen die Dornacher auf dem guten 7. Rang ab und hatten mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. Nach dem gelungenen Umbruch standen die Zeichen auf Aufbruch. «Wer überzeugen konnte ist geblieben, ansonsten wurde das Team gezielt verstärkt», erklärt der Sportchef und kommt zum Schluss: «auf dem Papier ist unsere Qualität sehr hoch».

Die Papierform konnte aber noch nicht auf den Platz gebracht werden, denn zahlreiche Spieler verletzten sich in der Vorbereitung und der Auftakt gegen Binningen missriet gründlich (0:3). Doch dem personell gebeutelten SCD gelang eine Woche später bei Red-Star mit einem 4:0-Erfolg die umgehende Reaktion. Es folgten vier weitere Siege und ein Remis – und der Sprung auf Rang 2. «Wir hatten sicher ein wenig Matchglück, denn an die Wand gespielt haben wir keinen Gegner», gibt Manz zu.

Starke Defensive

Was an der Ausgabe 2014/15 des SC Dornach besonders auffällt, ist die defensive Stabilität. In den letzten sechs Partien musste Nikola Veselinovic nur einmal hinter sich greifen. Der ehemalige Junior des FC Basel gehört zu den besten Goalies der Liga und ist sicher ein Erfolgsfaktor. Der andere ist die Innenverteidigung um Captain Yannick Güngerich und Co-Trainer Sehid Sinani. «Die beiden sind ein Bollwerk», lobt der Sportchef und ergänzt: «Das ist auch nötig, denn vorne schiessen wir nicht viele Tore.»

Dass der routinierte Sinani, der einst im Dress des FC Thun in der Champions League gespielt hat, seit dieser Saison die Mannschaft gemeinsam mit Roland Sorg coacht, ist eine Idee von Patrick Manz. «Ich dachte, das könnte funktionieren.»

Der erfahrene Dornacher Roland Sorg (48) und der aufstrebende Laufner Sehid Sinani (31) tauschen sich sehr häufig aus, harmonieren gut und treffen die Entscheidungen gemeinsam – oft auch im Verbund mit Sportchef Patrick Manz. Bei Spielertransfers müssen beispielsweise zwei der drei ihr Okay geben.

Die grosse Chance

Heute kann die Überraschungsmannschaft des ersten Saisonviertels sogar die Tabellenspitze übernehmen. Voraussetzung dafür ist ein Sieg bei Leader SV Höngg (16 Uhr). Die Gelbschwarzen werden auf dem Kunstrasen des Sportplatzes Hönggerberg klarer Aussenseiter sein, denn die lange Verletztenliste ist diese Woche um den Namen von Cihad Kahraman erweitert worden. Zudem fehlen Cédric Cueni und Fidel Tato aus privaten Gründen. «Alles spricht für Höngg», sagt Patrick Manz und fügt mit einem Lächeln hinzu: «Zum Glück kommt es im Fussball aber nicht immer so heraus, wie es alle erwarten».

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