In den 90er-Jahren war Basel dank dem Schachverein Allschwil eine Schachhochburg. Die Allschwiler gewannen von 1992 bis 1995 vier Mal in Serie die Meisterschaft. Doch seither tun sich die Basler Schachmannschaften schwer. Einzig Reichenstein, das seit 16 Jahren ununterbrochen in der NLA spielt, konnte 2006 den Titel in die Nordwestschweiz holen. In den letzten vier Jahren reichte es den routinierten und seit vielen Jahren in derselben Konstellation spielenden Reichensteinern drei Mal «nur» zum zweiten Rang. «Es ist an der Zeit, dass der Titel nach Basel zurückkehrt», meint Präsident Rolf Ulmer.

Riehen ist in Form

Die besseren Chancen als die Reichensteiner hat in dieser Saison jedoch Riehen, das seit 2003 in der NLA spielt und 2011 überraschend Vizemeister wurde. In der aktuellen Spielzeit haben die Riehener mit Jörg Hickl und Neuverpflichtung Vadim Milov zwei Topakteure im Kader und gehörten damit bereits vor der Saison zu den Favoriten. Dieser Rolle wurden sie gerecht und blieben während sechs Meisterschaftsrunden ungeschlagen, ehe sie ausgerechnet gegen Kantonsrivale Reichenstein verloren. Dennoch befinden sich die Riehener als aktueller Tabellenführer in einer guten Ausgangslage.

Sollten sie morgen im Direktduell gegen das punktgleiche Genf gewinnen, dann ist der Meistertitel in Griffnähe. «Der Sieger dieser Partie dürfte die SM gewinnen. Einen Favoriten gibt es in diesem Duell aber nicht», meint Peter Erismann, Verantwortlicher Spitzenschach bei Riehen. Zudem wartet in der letzten Runde mit Réti Zürich als Meister 2011 ein weiter harter Brocken auf Riehen. Dennoch blickt Erismann der entscheidenden Doppelrunde gelassen entgegen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir Genf schlagen können und den Titel nach Riehen holen.» Es wäre für Riehen der erste an einer Mannschafts-SM.

Auf Schützenhilfe angewiesen

Anders sieht die Situation bei Reichenstein aus, welches aus eigener Kraft nicht mehr Schweizer Meister werden kann und darauf angewiesen ist, dass die vorne liegenden Teams aus Riehen und Genf patzen. «Optimal wäre für uns, wenn die beiden in der Direktbegegnung unentschieden spielen würden», so Ulmer. Die Reichensteiner haben jedoch einen Vorteil gegenüber ihren direkten Konkurrenten: Mit Wollishofen und Neuenburg treffen sie auf zwei vergleichsweise schwache Gegner. «Wir rechnen ganz klar mit zwei Siegen», sagt Ulmer. Ob dies jedoch zum ersten Mal seit 2006 für Platz eins reicht, wird sich zeigen. In einem Punkt sind sich die Vertreter der beiden Basler Schachequipen einig: Es ist an der Zeit, dass der Titel von Kanton Zürich, wo er die letzten vier Jahre war, wieder nach Basel kommt.

Die Spiele in Muttenz (Coop Bildungszentrum) beginnen morgen um 12.30Uhr und am Sonntag um 11 Uhr.