Wer mit dem Rücken zur Wand zwei Mal in Extremis gewinnt und eine so gut wie verlorene Best-of-5- Serie zum 2:2 ausgleicht, wie dies Brandis im Playoff-Viertelfinal gegen Basel/KLH zuletzt  getan hat, der hat das Momentum auf seiner Seite. Den biorhythmischen Siegesmodus quasi intus. Mit einem Treffer 29 Sekunden vor Schluss zum 2:1 hatten sich die Emmentaler in Spiel 3 durchgesetzt; Spiel 4 wendeten das Team von Coach und SCB-Legende Andreas Beutler nach einem 0:2 zum 3:2 nach Verlängerung.

Andererseits – wer zwei Mal „en suite“ so hochgradig ungeschickt verliert kann fast nicht tiefer fallen und folglich fortan locker aufspielen. Insofern waren die Siegchancen im fünften und entscheidenden Match beidseits intakt. Letztlich setzte sich mit Brandis die keineswegs bessere, sondern glücklichere Mannschaft in der Verlängerung mit 3:2 durch. Wenig Fingerspitzenspitzengefühl bewies der Schiedsrichter, als er in der Overtime Hunziker auf die Strafbank beorderte. „Wir waren 1000 Prozent überzeugt, zu gewinnen und es hat auch alles sehr gut ausgesehen“, hielt Basel Coach Peter Salmik fest. Seine Mannschaft habe sehr gut gespielt. Aber: „Leider können wir nicht alles selbst beeinflussen.“ Man hätte die Saison gerne noch verlängert. 

Disziplin vor Kreativität

Der junge Sandro Hain, der letzen Saison auch für OLtens Top-Junioren spielte, war es, der den Gastgebern nach gut fünf Minuten mit dem 1:0 einen entkrampfenden Start bescherte. Die Seelenmassage hielt freilich nur wenige Minuten. Bis Nando Wüthrich nach einem hohen Stock  fünf Minuten kassierte. Das Basler Powerplay war zwar in dem Fall eher katastrophal als phänomenal – ein verdeckter Schuss von Curle indes fand dennoch den Weg ins Tor zum 1:1. Die Partie war damit „resetet“. Vorsicht und musterschülerhafte Disziplin prägten fortan den Spielverlauf. Offensive Kreativität wurde quasi auf dem Altar der defensiven Solidität geopfert. Ganz nach dem Motto: Jeder Fehler kann das Saisonende bedeuten.

Pech und Unvermögen

Den letztlich entscheidenden "Fehler" beging dann in dieser Partie 5 allerdings wohl der Unparteiische. Wegen übertriebener Härte schickte dieser Remo Hunziker in der Overtime auf die Strafbank. Etwas mehr Feingefühl in so einem Moment wäre zweifellos angebracht gewesen. Brandis, das zuvor in sieben Powerplays erfolglos bliebe, dankte und traf zum 3:2.  „Wir alle machen Fehler“, war der diplomatische Kommentar von Basel-Coach Simek. Spiel 5 haben die Gäste in diesem Sinn sehr unglücklich verloren – die Serie freilich hat man viel rüher aus den Händen gegeben. Simek: „Der Knackpunkt war in Spiel 3, als wir kurz vor Schluss  den Ausgleich hinnehmen mussten.“

Brandis – Basel/KLH 3:2 (1:1, 1:1, 0:0) n.V.

Hasle-Rüegsau. – 477 Zuschauer. – SR: Weber; Fausel/Gäumann. – Tore: 6. Hain (Bieri, Steiner) 1:0. 31. Hain 2:1. 34. Mäder 2:2 (Ausschluss Gasser).  67. Holzer (Seematter, Keller) 3:2. – Strafen: 3-mal 2 plus einmal 5 Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstraffe (Wüthrich) gegen Brandis: 8-mal 2 Minuten plus zwei Spieldauer-Diziplinarstrafen gegen Basel/KLH (Malicek, Gfeller).

Basel/KLH: Hohlbaum; Gian Reto Lenz, Malicek; Frunz, Marc-Andrea Lenz; Mäder, Curle; Philipp Lenz, Asal; Dintheer, STalder, Gefeller; Steiner, Frehner, Schnellmann; Hunziker, Di Blase, Keller; Zinkl, Guantario, Meyer.