Als ob es im Baselbiet eine Neu-Auflage des Weltcup-Rennens von Windham geben würde: Eine Woche nach dem aufregenden Rennen im US-amerikanischen Windham treffen drei der wichtigsten Protagonisten des dortigen Männer-Wettbewerbs erneut aufeinander. Die Bühne gibt diesmal die Muttenzer Bike-Arena im Schänzli und das Terrain ist ein Kontrast wie er größer kaum sein könnte. Auf dem flachen Gelände, das mit einem einzigen Anstieg gespickt ist, können sich die Gewichte deutlich verschieben – müssen aber nicht.

Dreikampf zwischen Schurter, Flückiger und Absalon

Auch wenn eine Woche später in Méribel bereits das nächste Weltcup-Rennen auf dem Programm steht, wird das Finale des BMC Racing Cup dennoch ernst genommen. „Für mich ist das kein Trainingsrennen. Ich bin da immer ganz gut gefahren und will es auch am Sonntag tun“, sagt Lukas Flückiger (Leimiswil). Der Dritte von Windham hat den beiden Koryphäen Julien Absalon und Nino Schurter dort ein heißes Rennen geliefert und ist in einer Top-Verfassung. Von Absalon weiß man, dass er die Flachpassagen nicht so sehr liebt. Doch wenn der BMC-Fahrer am ersten Singletrail nicht den Anschluss verpasst, dann dürfte er trotzdem vorne mitmischen. „Wenn ich eine Startnummer dran habe, will ich auch gewinnen“, ist Absalons Standard-Satz.

Gesamtleader verzichtet auf Start

Weil der Gesamt-Führende Fabian Giger zugunsten einer ungestörten WM-Vorbereitung schweren Herzens auf einen Start verzichtet, ist Mathias Flückiger (Ochlenberg), der Fünfte von Windham, in der Pole-Position. Lukas’ Bruder vom Stöckli Pro Team ist der Dritte Muttenz-Beteiligte vom Weltcup-Podium. Er musste sich in Windham am Ende zwar noch dem Australier Daniel McConnell geschlagen geben, doch als Fünfter läuft das immer noch unter Weltklasse-Leistung. Der größte Konkurrent im Kampf um das gelb-schwarze Leaderjersey ist Julien Absalon.  Die Konstellation ist also mehr als interessant und verspricht ein Feuerwerk in der Bike-Arena.

 Erfolgreiche Schweizerinnen gegen die Bike-Legende

Auch das Frauen-Rennen hat viel Star-Potenz. So wie Julien Absalon in diesem Jahr schon per 29. Weltcupsieg eine historische Marke setzte, schrieb auch Jolanda Neff am vergangenen Sonntag Geschichte.  Als jüngste Bikerin aller Zeiten sicherte sich die 21-jährige Thalerin in Windham – vorzeitig - den Gewinn des Gesamt-Weltcups. „Ich fahre nach Muttenz mit dem Ziel meine fünfte Fußballmannschaft komplett ausrüsten zu können“, sagt Jolanda Neff und grinst. Im Klartext: Der 55. Sieg in der Schweizer Cup-Serie seit Beginn ihrer Karriere, also fünfmal Elf. Und im Ernst: „Ich fahre natürlich vor allem wegen der Gesamtwertung“. Die führt sie nach vier Siegen vor Kathrin Stirnemann an.

Zum grandiosen Erfolg der jungen Schweizerinnen steuerte Haibike-Fahrerin Kathrin Stirnemann zwei Tage zuvor den vorzeitigen Sieg im Eliminator-Weltcup bei. Kein Zufall, dass dieses Duo am Sonntag in Muttenz auch um den Gesamtsieg im BMC Racing Cup kämpfen wird. Nach dem Triumphzug kommt es zum Schaulaufen vor heimischem Publikum.  „Mir geht es um die Gesamtwertung“, erklärt Stirnemann das Motiv für ihren Start. Allerdings wird Jolanda Neff kaum noch von der Spitze zu verdrängen sein, denn ihr Vorsprung beträgt 65 Punkte, so dass sie nur ins Ziel kommen muss.

Leumann als Lokalmatadorin

Die Rolle der Lokalmatadorin ist mit Katrin Leumann besetzt. „Ich wohne ja da“, sagt sie lachend auf die Frage nach ihrer Motivation. Das heimische Publikum ist für sie Jahr für Jahr Inspiration genug. Obwohl ihr ja das flache Terrain eigentlich nicht so entspricht, ist sie meistens vorne mit dabei.

Über diese sportlichen Highlights hinaus bietet das Baseler Bike-Festival im Schänzli wieder ein prall gefülltes Programm mit dem Marathon BBB-Challenge, einem Radball-Turnier und Kunstradsport, unter anderem mit dem achtfachen Weltmeister David Schnabel aus Deutschland und natürlich mit einer großen Bike-Ausstellung.