Die Überraschung war gross. Vor allem bei Michelle Müller selbst. An der Verleihung zum Nordwestschweizer Athleten des Jahres wurde die Muttenzerin zusammen mit Simone Werner zur besten Leichtathletin gekürt. «Ich dachte nur ‹wow›», blickt Müller zurück. Schaut man sich die Erfolge der Baselbieterin genauer an, relativiert sich der Überraschungs-Effekt aber schnell.

Mit zwei Schweizer-Meistertiteln in der U18 über 300 Meter Hürden und im Weitsprung hat die 16-Jährige in dieser Saison eine eindrückliche Visitenkarte hinterlassen. «Über 300 Meter wollte ich unbedingt eine Medaille holen. Weitsprung habe ich nur wenig trainiert, umso erstaunter war ich dann über den 1. Platz», freut sich Müller.

Erste internationale Erfahrungen

Das Highlight des Jahres waren für die Gymnasiastin aber nicht die nationalen Anlässe, sondern der Trip nach Utrecht zu den Olympischen Spielen der Europäischen Jugend (EYOF). Auch ein halbes Jahr später schwärmt Müller noch immer von ihrem ersten grossen Sport-Abenteuer auf der internationalen Bühne. «Sogar der holländische König war anwesend und begrüsste die Athleten an der Eröffnungsfeier.» Auch wenn die Newcomerin mit dem 7. Schlussrang über 400 Meter Hürden nur bedingt zufrieden war, überwiegen die positiven Eindrücke. «Die Erfahrung, welche man an solchen Grossanlässen sammeln kann, ist einmalig», fasst Müller zusammen.

Limiten für China und USA holen

In der kommenden Saison will die Hürden-Spezialistin nahtlos an die Erfolge in diesem Jahr anknüpfen. Damit verbunden ist ein Wechsel von ihrem Stammverein LV Frenke zu den Old Boys Basel bereits gemacht. «Der Wechsel hat nichts mit persönlichen Differenzen, sondern einzig und allein mit den infrastrukturellen Trainings-Möglichkeiten zu tun», hält sie fest.

In diesem Jahr hat sich Müller die Teilnahme an der weltweiten Jugendolympiade in Nanjing und die Limite für die U20-WM im Juli im US-amerikanischen Eugene zum Ziel gesetzt. Dafür muss sie an Pfingsten an den europäischen Ausscheidungen (EYOT) in Baku unter die ersten fünf Europas laufen, um an der U20-WM dabei zu sein, wird eine Hürden-Limite von 60,75 Sekunden erwartet. Müllers persönliche Bestzeit liegt derzeit bei 61,03 Sekunden.