Rudern
Schlag auf Schlag beim BaselHead

27 Achter-Boote jagten einander beim ersten Verfolgungsrennen auf dem Rhein. Bei den Frauen siegte der RC Blauweiss Basel.

Pia Schüpbach
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«Heute habe ich Besseres zu tun, als müde zu sein.» Die das sagt, heisst Nora Fiechter, rudert für Blauweiss Basel und ist erst Dienstagnacht von den Ruder-Weltmeisterschaften aus Neuseeland zurückgekehrt. Sie hat sich auf den BaselHead «wahnsinnig gefreut». Denn erstens führt er mitten durch die Stadt, wo die 29-Jährige lebt, zweitens findet er zum ersten Mal statt. Während Nora Fiechter vor dem Frauen-WC Schlange steht, kreist sie die Hüften, um sich für das Heimrennen aufzuwärmen.

Länger als der Wettkampf selber, dauert es, bis alle Achter samt Ruderern im Wasser sind. Der Grasshopper Club Zürich eröffnet das Rennen, alle 30 Sekunden startet ein weiteres Boot. Auf der 6,4 km langen Strecke mit Start und Ziel auf der Höhe der Klingentalfähre und dem Wendepunkt beim Kraftwerk Birsfelden jagen einander 27 Achter in fünf Kategorien. Die Boote heissen «Hecht», «Goldfinger» oder «Alemannenexpress». Dasjenige von Nora Fiechter und ihren Kolleginnen trägt den Namen «Milo».

«Nora ist unser ganzer stolz»

Als der Präsident von Blauweiss Basel seinen Frauenachter aus den Augen verliert, schaut er sich das Rennen auf dem Bildschirm an, wo das GPS aufzeigt, welches Boot wie unterwegs ist. «Nora ist unser ganzer Stolz», sagt er. Der Präsident strahlt, die diesjährige EM-Bronzemedaillengewinnerin und ihr Team sind schnell.

Doch nach dem Auswassern umarmen sich die acht Frauen. Nora Fiechter und ihre Kolleginnen feiern den Sieg bei den Frauen, bei den Männern Elite gewinnt der Basler Ruder Club. Nach der Premiere des Ruder-Verfolgungsrennen geht es in Basel mit Fussball weiter. Die Co-Präsidentin des BaselHead, Sabine Horvath, sagt: «Wir haben alles so gelegt, dass wir dem FC Basel nicht in die Quere kommen.» Auch bei Nora Fiechter steht jetzt nicht mehr Rudern an erster Stelle: Nach WM und BaselHead ruft für die Kunstgeschichte-Studentin nun die Masterarbeit.