Handball

Schuss ins Glück: Der RTV Basel darf vom Cupfinal träumen

Die Basler siegen im Cup-Achtelfinal gegen Ligakonkurrent Yellow Winterthur 32:31. Kevin Langhein schoss sein Team mit der Schlusssirene ins Glück.

Der Gegner war übermächtig. Nein, nicht Yellow Winterthur. Der FC Basel. Gleichzeitig wie die Basler Handballer ihren Cup-Achtelfinal bestritten, trug der Branchenprimus des Schweizer Fussballs gestern sein Champions-League-Spiel gegen Liverpool aus.

Mit Gratiseintritt, Wurst inklusive Bier zum Spotpreis von fünf Franken und der Liveübertragung aus der Anfield Road kämpfte der RTV Basel gegen diesen übermächtigen Gegner. Zuschauertechnisch war der Abend für den B-Ligisten naturgemäss kein grosser Erfolg. Anders sollte es freilich auf dem Spielfeld aussehen.

Die 80 Zuschauer sollten ihr Kommen nicht bereuen. In der Schlussphase lieferten sich die beiden B-Ligisten einen Krimi. Fünf Sekunden vor dem Ende glichen die Gäste aus Winterthur zum 31:31 aus. Zwei Sekunden waren noch zu spielen, als den Baslern ein Freiwurf zugesprochen wurde. Für zusätzliche Emotionen sorgten zwei rote Karten in dieser hitzigen Phase. Zwei Sekunden also, und Basels Kevin Langhein schnappte sich den Ball und drosch ihn an der Mauer vorbei hinein ins Glück. 32:31 – die Schlusssirene ertönte.

«Ein Katastrophen-Match»

Es war ein erknorzter Sieg. In der Meisterschaft liegt der RTV auf Rang drei, Yellow auf Rang acht. Das letzte Direktduell gewannen die Basler 30:25. Florian Goepfert glänzte damals mit 10 Toren aus 10 Versuchen. Die Favoritenrolle nahm dem RTV gestern jeden Glanz. Mit 9:16 lag er im Hintertreffen. «Eigentlich war es ein Katastrophen-Match», sagte Trainer Silvio Wernle hinterher, «in den ersten 20 Minuten waren wir geistig und körperlich nicht anwesend.»

Was er in der Pause seinen Spielern an den Kopf warf, mochte er nicht kommentieren. Aber Wernles schelmisches Lächeln sprach Bände. Unmittelbar vor und nach der Pause hatte der RTV seine beste Phase, er drehte das Spiel von 9:16 auf 18:16. Doch distanzieren konnte er den hartnäckigen Gegner nie.

In den Viertelfinals ist in Anbetracht der noch im Cup vertretenen Mannschaften mit ein bisschen Glück ein Weiterkommen und somit die Qualifikation für das prestigeträchtige Final-Four-Turnier im kommenden Frühjahr durchaus möglich. «Für die jungen Spieler wäre das ein besonderes Erlebnis», sagte Teamchef Oliver Haevel. Der RTV darf wie der FCB träumen. Doch bis es soweit ist, bedarf es einer Steigerung. In der Meisterschaft geht es am Samstag mit dem Derby in Birsfelden weiter.

RTV Basel - Winterthur 32:31 (14:16)
Rankhof. – 80 Zuschauer. – SR Meier/Hennig.
Basel: Cibere/Steiner; Hylken, Goepfert, Stamenov (6), Ebi (4), Langhein (3), Wessner (2), Basler, Martinez (5), Vukelic, Dannmeyer (4), Golubovic (3), Falkman (5/3).

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