Leichtathletik
Schützenmatte: Treffpunkt von aktuellen und künftigen Old-Boys-«Raketen»

Old Boys Basel gehört nicht nur zu den erfolgreichsten Leichtathletikvereinen der Schweiz. Die «alten Knaben» verfügen auch über eine qualitativ hochstehende Nachwuchsabteilung. Ein Rundgang auf der Schützenmatte.

Daniel Weissenbrunner
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Lea Bachmann sprintet auf die Hürden zu, genau beobachtet von ihrer Trainerin Claudine Müller (links). dws

Lea Bachmann sprintet auf die Hürden zu, genau beobachtet von ihrer Trainerin Claudine Müller (links). dws

Es ist der erste laue Abend in diesem wechselhaften Frühling. Die Ansprüche sind bescheiden geworden. Die 18 Grad Celsius reichen aus, um Sommergefühle aufkommen zu lassen. «Endlich», sagt Claudine Müller.

Nicht nur die Natur ist im Verzug. Auch den Leichtathleten hat das stürmische Wetter den Terminplan durcheinandergewirbelt. «Die Zeit zur Erfüllung der Limiten wird allmählich knapp», erklärt Müller.

Engmaschige Förderung

Die ehemalige Mehrkämpferin ist in der Leichtathletik-Sektion der Old Boys für den technischen Ablauf zuständig. Zusammen mit mehr als 20 Trainern betreut sie eine der grössten Leichtathletik-Nachwuchsabteilungen des Landes.

Über 200 Jugendliche, von der U8 bis U23, haben hier ihre sportliche Heimat und kommen in den Genuss einer engmaschigen Förderung.

Ausgelassene Stimmung

Die Sonnenstrahlen hüllen die Schützenmatte in ein warmes, sanftes Licht. Entsprechend ist die Stimmung auf der Tartanbahn. Ausgelassen, verspielt. Auf dem Rasen spult Alex Wilson seine Einheiten ab. Der Olympia-Teilnehmer von London befindet sich nach wie vor nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Die Achillessehne macht der 22-jährigen Sprintrakete weiterhin zu schaffen. Am Wochenende unterzieht Wilson sich in Genf mit der 4x100-Meter-Staffel einem ernsthaften Belastungstest. Prognosen gibt er keine ab. «Ich hoffe, die Schmerzen sind nicht zu stark», gibt er sich verhalten optimistisch.

Wilson als Zugpferd

Für den Verein ist auch ein angeschlagener Wilson allemal wertvoll. «Alex ist ein Sympathieträger. Nicht zuletzt dank Athleten wie ihm, ist das Interesse an unserer Sportart ungebrochen», stellt Claudine Müller erfreut fest.

Die Mitgliederzahlen sind seit Jahren stabil mit einer leichten Tendenz noch oben. Nicht selbstverständlich im harten Konkurrenzkampf mit anderen Sportarten in der Sportstadt Basel.

Starke Gruppe vom LLZ

Müller, die neben ihrer Aufgabe bei den Old Boys in einem 20 Prozent-Pensum für das Leistungszentrum Nordwestschweiz (LLZ) arbeitet, betreut an diesem Abend eine Gruppe aus dem LLZ.

Mit dabei sind Pascale Stöcklin und Lea Bachmann. Die beiden gehören zu jenen Athletinnen, die über Talent verfügen und Perspektiven besitzen. Ihre Paradedisziplin ist der Stabhochsprung.

Kunststoffhürden für die Koordination

Auf der Gegengeraden der Schützenmatte stehen heute aber keine Höhenflüge auf dem Programm, sondern Grundlagentraining im Sprint. Erschwert wird die Übung mit farbigen Kunststoffhürden zur Förderung der koordinativen Fähigkeiten.

Auf Trab – auch zu Hause

Claudine Müller ist mit ihren Schützlingen zufrieden. Sie verabschiedet sich. Die Sonne verschwindet allmählich hinter der Schützenmatte. Für die 33-Jährige ist allerdings noch nicht Feierabend. Möglich, dass zu Hause eine Nachtschicht wartet: Müller ist Mutter einer fünfmonatigen Tochter. Sie wird nicht nur auf der Tartanbahn auf Trab gehalten.