Fechten
Schweizer Fechter wollen die Erfolgsserie fortsetzen

Das Team der Schweizer Männer startet an der EM in Zagreb als Titelverteidiger und Favorit. Das Team mit Max Heinzer, Fabian Kauter, dem Basler Benjamin Steffen und dem Aescher Florian Staub ist zurzeit die Nummer eins in der Weltrangliste.

Richard Stoffel
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Führen die Weltrangliste an: Die Schweizer Fabian Kauter, Benjamin Steffen, Florian Staub und Max Heinzer mit EM-Gold in Legnano. Keystone

Führen die Weltrangliste an: Die Schweizer Fabian Kauter, Benjamin Steffen, Florian Staub und Max Heinzer mit EM-Gold in Legnano. Keystone

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Die Schweizer hatten an der letztjährigen EM im italienischen Legnano im Einzel Bronze durch Max Heinzer und Gold im Männer-Teamwettbewerb gewonnen. Die Männer-Equipe schaffte zudem innerhalb von gut einem Jahr drei Weltcup-Siege. Ende Mai bezwangen die Schweizer am Weltcup-Turnier in Buenos Aires mit den USA, Frankreich und Ungarn sämtliche Nationen, die in den letzten Jahren an der Weltspitze mitmischten. Gegen Frankreich (45:25), unlängst noch Serien-Weltmeister, und gegen den aktuellen Mannschafts-Weltmeister USA (45:27) resultierten gar Kantersiege.

Das Schweizer Team mit Heinzer, Fabian Kauter und dem Basler Benjamin Steffen sowie Ersatzfechter Florian Staub aus Aesch ist derzeit die Nummer 1 der Weltrangliste; eine Position, die im Einzel auch bereits zweimal der dreifache GP-Bern-Sieger Max Heinzer von der Fechtgesellschaft Basel und einmal Fabian Kauter inne gehabt hatte.

Im Gegensatz zum Programm der Spiele 2012 in London wird der Teamwettbewerb im Männer-Degen in Rio de Janeiro 2016 wieder olympisch sein. Aktuell würden die Schweizer zu den Anwärtern auf Gold zählen. Doch erst müssen sie die Qualifikation meistern, um in Brasilien antreten zu können. Diese steht zwischen Frühjahr 2015 und Frühjahr 2016 im Programm.

Auch im Einzel verfügen die Schweizer über aussichtsreiche Medaillenchancen. Heinzer war bereits zweimal in Folge EM-Dritter. Bei sieben von acht Weltcup-Turnieren der laufenden Saison erreichte der Innerschweizer die Top 6 (Doha 6., Legnano 1., Tallinn 1., Vancouver 5., Paris 5., Bern 1., Buenos Aires 5.). Einzig in Heidenheim (De) scheiterte Heinzer bereits in den Sechzehntelfinals.

Dies ist mit Abstand die konstanteste Leistung aller Degenfechter in diesem Jahr. Der noch nicht 26-jährige Heinzer hat im Mai in Bern als erster Fechter überhaupt dreimal in Folge den GP Bern gewonnen und mit seinem insgesamt sechsten Weltcup-Sieg die Marke von Marcel Fischer übertroffen. Der Olympiasieger 2004 hat im Weltcup fünf erste Plätze erreicht. Insgesamt war Heinzer in diesem Jahr elf Wochen die Nummer 1 der Welt.

Fabian Kauter war schon EM-Dritter 2007 und WM-Dritter 2011. Bei den Frauen wurde Tiffany Géroudet 2011 Europameisterin. Ausser der Walliserin und dem Verbandspräsidenten Olivier Carrard (1982) war dies noch keinem anderen Schweizer Degen-Spezialisten gelungen. Allerdings vermochte die heute 26-jährige Linkshänderin jenen Exploit seither nicht zu bestätigen. Für die Olympia-Achtelfinalistin von London bietet sich nun in Zagreb die Möglichkeit dafür.

Im Frauen-Einzel startet auch die Baslerin Laura Stähli, die vor einer Woche noch an der U23-EM in Polen teilnahm. Dort erreichte sie den 24. Rang und war nicht ganz zufrieden. Für die Elite-EM, bei der sie erstmals im Einzel antritt, wollte sie sich bewusst nicht mit konkreten Zielen unter Druck setzen.

Die Selektionen für die EM gelten auch für die WM im August in Budapest. Auch dort wird die Schweiz demzufolge sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen im Einzel- und Teamwettbewerb vertreten sein.

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