Basel ist in den kommenden beiden Monaten die Schweizer und gar europäische Hauptstadt – zumindest was Badminton anbelangt. Neben den traditionellen Swiss Open im März findet bereits übernächste Woche die Team-EM in der St. Jakobshalle statt.

Dass Basel als Nabel der Schweizer Badminton-Welt fungiert, ist nicht selbstverständlich. Von den ehemals zahlreichen und vor allem auch erfolgreichen Klubs in der Region existiert nur noch der SC Uni Basel. Und auch der frühere Serienmeister hat sich erst in der Saison 2012/13 wieder gefangen und ist in die Nationalliga A aufgestiegen.

Basel ist die logische Wahl

Trotzdem ist Basel als Austragungsort für Badminton-Grossanlässe in der Schweiz eine logische Wahl. Denn Swiss Open und Team-EM finden nicht nur innert kürzester Zeit statt, sie sind auch eng miteinander verknüpft. «Ohne das Swiss Open wäre die Team-EM nicht durchführbar», sagt Charles A. Keller, Präsident des Organisationskomitees (OK) der Team-EM.

Das Schweizer Badminton-Aushängeschild Sabrina Jaquet spricht im Video-Kurzinterview über die Team-EM in Basel.

Das Schweizer Badminton-Aushängeschild Sabrina Jaquet im Video-Kurzinterview

Keller und sein Vize-Präsident Christian Wackernagel gehören gleichzeitig dem OK der Badminton Swiss Open an. Doch die Verknüpfung der beiden Anlässe geht weit darüber hinaus: «80 bis 90 Prozent des Know-hows und der Infrastruktur der Team-EM stammen von den Swiss Open», sagt Keller. So wird mit Ausnahme der Spielfelder fast ausnahmslos auf die Halleneinrichtung der Swiss Open zurückgegriffen.

Kommt hinzu, dass es in der Schweiz keine Anlage gibt, die besser für die Team-EM geeignet wäre, als die St. Jakobshalle. «Die Grösse und vor allem auch das Umfeld mit dem Foyer sind ideal – und in dieser Form fast schon weltweit einzigartig», sagt Keller. An kaum einem andern Spielort gebe es ein Verpflegungs- und Standangebot wie in Basel.

Eine Million Franken Budget

Die Organisatoren arbeiten mit einem Budget von einer Million Franken. Dieses wird zu über einem Drittel durch Subventionen bestritten. Unter anderem sind daran das Bundesamt für Sport, Swiss Olympic und kantonale Institutionen beider Basel beteiligt. «Von solchen Anlässen profitiert die Stadt Basel. Sie haben eine enorme internationale Ausstrahlung», sagt Sabine Horvath vom Basler Standortmarketing, das ebenfalls an den Subventionen beteiligt ist.

Mit insgesamt 10 000 Zuschauern rechnet das OK für die sechs Tage andauernde Team-EM. Hinzu kommen die rund 1000 teilnehmenden Athletinnen und Athleten und Funktionäre. Ausserdem wird das Turnier vom TV-Sender Eurosport 2 in fast 70 Länder weltweit live übertragen. «Wir unterstützen es deshalb sehr, wenn Basel in einer gewissen Regelmässigkeit als Austragungsort solcher Grossanlässe dient», sagt Horvath.

Schweizer Frauen im Fokus

Die Hoffnung auf einen Schweizer Exploit trägt vor allem das Damen-Team um Sabrina Jaquet. Die Weltnummer 44 ist das Aushängeschild der Schweizer Badmintonszene. Sie ziert auch das Plakat, das für die Team-EM in der St. Jakobshalle wirbt. An der letzten Team-EM vor zwei Jahren waren die Schweizerinnen im Viertelfinal denkbar knapp an den Gastgeberinnen aus den Niederlanden gescheitert. Entsprechend lautet das Mindestziel Viertelfinal, während das dem Herren-Team nur im absoluten Idealfall zugetraut wird.