Handball
Schweizer U19 siegt 26:23 gegen Deutschland

Im zweiten Test innert 24 Stunden haben die Schweizer auf die 19:27-Niederlage im ersten Spiel mit einem Exploit reagiert. In Lörrach setzte sich die U19 dank viel Herz und Leidenschaft mit 26:23 durch. Ein Meilenstein mit regionaler Beteiligung.

Jonas Burch
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Im Höhenflug: Lucas Meister steuerte vier Tore bei. ZINKE/SPORTIVES.CH

Im Höhenflug: Lucas Meister steuerte vier Tore bei. ZINKE/SPORTIVES.CH

Es sind diese Siege für die Ewigkeit. Solche, von denen man noch seinen Enkeln erzählen wird. «Ich kann mich nicht erinnern, dass je eine Schweizer Handball-Mannschaft Deutschland geschlagen hat, geschweige denn auf deutschem Boden», strahlt U19-Trainer Michael Suter. Beim ersten Test einen Tag zuvor hatten die Deutschen die Schweizer noch mit 27:19 dominiert. Alles vergessen.

Mittendrin im Sensationsspiel waren auch drei regionale Spieler. Allen voran Lucas Meister vom 1.-Ligisten TV Birsfelden. Das der 16-Jährige der zweitjüngste im Kader ist, war nur am Matchblatt zu erkennen. Denn der Kreisläufer kämpfte, trieb sein Team an, warf sich in jeden Schuss. «Lucas hat in der Offensive eine gute Leistung gezeigt. Defensiv kann er sich aber noch steigern», analysiert Trainer Suter nüchtern. Auch Meister bildet sich auf seinen Gala-Auftritt nichts ein, «ich muss weiter an mir arbeiten.» Es wird tief gestapelt. Neben Meister erhielt auch Teamkollege Faris Ahmetasevic das Vertrauen des Trainers und zahlte dies mit zwei Toren zurück. Maurus Basler vom RTV Basel sass über die volle Spielzeit auf der Bank. Für Meister und Ahmetasevic geht es heute bereits mit dem U17-Vierländerturnier im französischen Saint Die des Vosges weiter.

Ein kleiner Wermutstropfen beim Exploit bleibt trotzdem. Denn das zwischen den drei Kilometern zur Grenze manchmal Welten liegen, zeigte das Schweizer Interesse am Testspiel. «Die Nachfrage nach Tickets war gering», zeigt sich Thomas Herzog vom Veranstalter-Team TV Brombach überrascht. Der erhoffte «Grenzgänger-Effekt» in der vollen Wintersbuckhalle blieb komplett aus. «Der Rhein ist eben doch relativ breit», scherzt Herzog. Die, die da waren erlebten jedenfalls ein Spektakel – wie die Familie von Mit-Matchwinner Lucas Meister.