Super League
Sechs Teams kämpfen um Rang 3: Schenkt der FCB dem FC Thun jetzt die Europa League?

Obwohl noch zwei Runden anstehen, ist die Saison für den FC Basel quasi zu Ende. Aus diesem Grund widmen auch wir uns dem verbliebenen Spannungspunkt dieser Super-League-Saison: dem Kampf um die Europa-League.

Jakob Weber
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Profitieren die Thuner am Ende vom Basler Cupsieg?

Profitieren die Thuner am Ende vom Basler Cupsieg?

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Sind wir mal ehrlich: Die Saison ist für den FCB gelaufen. Der Cup ist geholt, das zur Winterpause gesteckte Saisonziel damit erreicht. Im Hintergrund werden in diesen Tagen die Weichen für die kommende Saison gestellt.

Die beiden verbleibenden Liga-Spiele heute (20 Uhr) in Thun und am Samstag zu Hause gegen Xamax sind wie so mancher Besuch bei der Schwiegermutter: Man geht halt, weil man muss. Natürlich wollen die Rotblauen auf dem Rasen auch diese Spiele irgendwie gewinnen, doch ihr letztes Hemd werden sie wohl kaum dafür geben.

Der Kampf um die Europa League

Aus diesem Grund widmen auch wir uns in dieser Woche dem einzigen verbliebenen Spannungspunkt dieser Super-League-Saison: dem Kampf um Europa. Sechs Teams duellieren sich um die begehrten Ränge 3 und 4. Ihre Vor- und Nachteile sehen Sie rechts. Weil der FCB zwar den Cup gewann, aber in der Champions League-Qualifikation ins europäische Geschäft einsteigen wird, erbt der Dritte der Super League das Startrecht des Schweizer Cupsiegers in der Europa-League-Gruppenphase.

Rund vier Millionen Franken sind dadurch garantiert, für jeden Punkt in der Gruppe gibt es rund 230 000 Franken obendrauf. Diese Summen stellen für die Schweizer Klubs einen ausserordentlichen Geldsegen dar. Durch die Verschlechterung der Schweiz in der Uefa-Fünfjahreswertung wird der Cupsieger – oder eben der Dritte der Super League – vorerst ein letztes Mal direkt in die Europa-League-Gruppe gespült.

Böse Zungen behaupten, der FCB könnte sich heute beim Cupfinal-Gegner Thun bedanken. Die Berner Oberländer wären mit einem Heimsieg einen grossen Schritt näher am europäischen Honigtopf. Basel braucht die Punkte nicht. Der Vierte muss übrigens bis zur Gruppenphase zwei Qualifikationsrunden überstehen. Auf diesem Weg haben es zuletzt nur wenige Schweizer Teams in die Europa League geschafft.

Die Pro- (+) und Kontra- (-)Argumente im Kampf um Europa:

Luganos Trainer Fabio Celestini hat mit seinem Team die beste Ausgangslage

Luganos Trainer Fabio Celestini hat mit seinem Team die beste Ausgangslage

KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY

FC Lugano (3. Platz, 44 Punkte, +1)

Restprogramm: Xamax (A), GC (H)

+ Form: zuletzt 10 Punkte aus 5 Spielen

+ Glück: Gegner traf schon 16 mal Alu

+ Defensive: schon zehnmal zu Null, die wenigsten Chancen (143) zugelassen, die meisten Schüsse (125) geblockt

+ Erfahrung: Durchschnittsalter: 27,2

Unfair: 90 gelbe Karten, zwei Rote

Fans: nur 3483 im Schnitt

Identifikation: nur 3 Eigengewächse

Der FC Thun hat sein Polster aus der Vorrunde bereits verspielt.

Der FC Thun hat sein Polster aus der Vorrunde bereits verspielt.

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

FC Thun (4. Platz, 43 Punkte, -1)

Restprogramm: Basel (H), Sion (A)

+ Präzision: 40% aller Schüsse aufs Tor und 13% aller Schüsse sind drin, 55 Tore

+ Händchen: 17 Joker-Skorerpunkte

+ Schiriglück: schon achtmal vor Toren fälschlicherweise bevorteilt

Form: nur 4 Punkte aus den letzten 5 Spielen, nur 15 in der Rückrunde

Defensive: meiste Schüsse aufs Tor zugelassen (197)

Kondition: schon 6 Gegentore in der Nachspielzeit

Der FC Luzern verpasste es vor einer Woche, sich durch einen Sieg gegen Basels B-Elf abzusetzen.    

Der FC Luzern verpasste es vor einer Woche, sich durch einen Sieg gegen Basels B-Elf abzusetzen.    

ALEXANDRA WEY

FC Luzern (5. Platz, 43 Punkte, -4)

Restprogramm: FCZ (H) und YB (A)

+ Auswärtsstark: 24 Punkte

+ Moral: 15 Punkte nach Rückstand

+ Eiskalt: beste Chancenverwertung

+ Identifikation: 9 Eigengewächse haben zusammen 694 Saisonspiele

Goalies: nur 29 % aller Chancen und 65 % aller Schüsse aufs Tor pariert

Unkonzentriert: 104-mal im Offside

Defensive: nur dreimal zu Null

Ludovic Magnin und der FCZ haben die letzten beiden Spiele gewonnen.

Ludovic Magnin und der FCZ haben die letzten beiden Spiele gewonnen.

KEYSTONE/MELANIE DUCHENE

FC Zürich (6. Platz, 43 Punkte, -6)

Restprogramm: Luzern (A), St. Gallen (H)

+ Goalies: 38 % aller Chancen und 74 % aller Schüsse aufs Tor pariert

+Heimstark: schon 27 Punkte

+Identifikation: 13 Eigengewächse haben zusammen 691 Ligaspiele

Offensive: nur 42 Tore

Defensive: meiste Chancen (181) zugelassen

Schiripech: schon zehnmal vor Toren fälschlicherweise benachteiligt

Unfair: meiste Fouls (483)

St. Gallens Trainer Peter Zeidler könnte mit zwei Siegen vielleicht den 3. Platz erkämpfen. Aber der erste Gegner heisst YB.

St. Gallens Trainer Peter Zeidler könnte mit zwei Siegen vielleicht den 3. Platz erkämpfen. Aber der erste Gegner heisst YB.

KEYSTONE/EDDY RISCH

FC St. Gallen (7. Platz, 42 Punkte, -12)

Restprogramm: YB (H) und FCZ (A)

+ Fans: 12 618 im Schnitt

+ Kondition: 5 Tore in der Nachspielzeit

+ Dominanz: 52,6 % Ballbesitz, am meisten aufs Tor geschossen (510), am meisten gefoult worden (525)

+ Händchen: schon 10 Jokertore

Zielwasser: Nur 35 % aller Schüsse kommen aufs Tor, nur 9 % sind drin

Kaltschnäuzige Gegner: 14 % aller Schüsse sind drin

Schiripech: schon zehnmal vor Toren fälschlicherweise benachteiligt

Bastien Toma schoss den FC Sion gegen Xamax in letzter Sekunde ins Glück. Statt Barrage können die Walliser jetzt auch wieder in Richtung Europa schielen.

Bastien Toma schoss den FC Sion gegen Xamax in letzter Sekunde ins Glück. Statt Barrage können die Walliser jetzt auch wieder in Richtung Europa schielen.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

FC Sion (8. Platz, 40 Punkte, -7)

Restprogramm: GC (A) und Thun (H)

+ Defensive: nur 160 Schüsse zugelassen

+ wertvollstes Kader: 32,3 Mio SFR

+ Gefahr: 16 verschiedene Torschützen

+ Glück: Gegner trafen schon 17-mal Alu

Offensive: nur 134 Grosschancen

Pech: schon 5 Eigentore

Händchen: nur 7 Joker-Torbeteiligungen

Moral: nur 6 Punkte nach Rückstand