Basketball
Sehr dunkle Wolken ziehen über den Basler Basket-Himmel

Der Region drohen die Rückzüge des CVJM Birsfelden und der Frauen von Uni Basel. Es fehlen den Klubs Spielerinnen, die gewillt sind, den Aufwand für die höchste Spielklasse auf sich zu nehmen. Somit ist ein Verbleiben in der NLA fast nicht denkbar.

Georges Küng
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Nationalspielerin Marisa Heckendorn muss sich wegen chronischer Kniebeschwerden aus dem Spitzensport zurückziehen.

Nationalspielerin Marisa Heckendorn muss sich wegen chronischer Kniebeschwerden aus dem Spitzensport zurückziehen.

Seit drei Wochen ist für die Basketballerinnen von Uni Basel die Nationalliga-A-Meisterschaft beendet. Der A-Ligist Starwings hat vor einer Woche sein letztes Wettkampfspiel in der Saison 2012/13 ausgetragen. Und für den CVJM Birsfelden (1. Liga) ging ein Tag später die Spielzeit mit dem Final Four zu Ende.

Dass Uni Basel die sportlichen Ziele – man wollte in die Top 3 eindringen – klar verpasste, ist die eine Sache. Das grössere Problem ist, dass die Equipe von Cheftrainerin Ina Nicosia-Schelker, welche die Mannschaft zusammenstellt und über ihr Kidscamp finanziell unterstützt, vor personellen Schwierigkeiten steht.

Es fehlen schlicht Schweizer Spielerinnen, die gewillt sind, den Aufwand für die höchste Spielklasse auf sich zu nehmen. Nationalspielerin Marisa Heckendorn aus Riehen muss ihre Laufbahn wegen chronischer Kniebeschwerden wahrscheinlich beenden.

Delphine Monnier, eine weitere Leistungsträgerin aus der Stammfünf, kehrt nach Fribourg zurück. Nachwuchs, der bedenkenlos in der Nationalliga A eingesetzt werden könnte, ist – trotz der grossen Bemühungen von Partnerverein BC Arlesheim – nicht in Sicht.

In der Saison 2012/13 spielten mit den Highflyers Luzern und Uni Basel zwei Deutschschweizer Klubs in der Nationalliga A. Die Innerschweizerinnen zogen sich bereits vor dem Bestreiten der Playout-Partien freiwillig in die Nationalliga B zurück.

Und Uni überlegt sich den Gang in die NLB ebenfalls ernsthaft. Fragt man bei den Kluboffiziellen nach, erhält man keine verbindliche Antwort respektive es wird hartnäckig geschwiegen. Man verweist auf die Frist vom 31. Mai. Dann muss man dem Verband melden, in welcher Spielklasse man spielen wird.

«Ohne Zuzüge von auswärtigen Spielerinnen macht die Nationalliga A keinen Sinn mehr», sagt die 34-jährige Szandra McCrory, die Gattin von Starwings-Routinier Anthony McCrory. Die gebürtige Ungarin mit österreichischer Staatsangehörigkeit, die selbst eine Spitzenspielerin war, hat in der Vergangenheit ab und zu bei Uni ausgeholfen.

«Natürlich hoffen wir, dass aus Luzern vielleicht ein paar Spielerinnen den Weg nach Basel finden. Aber es sind junge Spielerinnen, die wohl kaum diesen Aufwand auf sich nehmen wollen. Zudem gibt es ja kein Gehalt», so McCrory.

... wird auch der Traditionsklub CVJM Birsfelden sein Fanionteam in die Regionalklasse zurückziehen oder gar auflösen. Auch hier lässt Klubpräsident und Trainer Pascal Donati noch ein Hintertürchen offen.

«Die Spieler werden mitentscheiden, wie es weiter-geht. Wenn sie bereit sind, sich finanziell zu engagieren und auch aktiver, neben dem Spielfeld, mithelfen, können wir weiterhin in der 1. Liga spielen. Sonst nicht», stellt Donati nüchtern fest.

Aber auch die 2. Mannschaft der Starwings sieht sich vor personelle Engpässe gestellt. Dort ist das Weiterbestehen der Equipe, die ein Mix aus Routiniers und Junioren war und in der 2. Liga spielte, mehr als gefährdet.

Profiteure der Rückzüge oder gar Auflösung der beiden Teams wären Klubs wie der BC Arlesheim, Dudes Basel oder BC Münchenstein, die schon jetzt hauptsächlich aus früheren Birsfelder Grössen bestehen.

Nicht mehr in der Nationalliga A wird Niels Matter spielen. Der angehende Mathematik-Dozent wird noch beim BC Bären Kleinbasel Juniorentrainer sein. «Seinen Rücktritt bedauern wir sehr. Es wird nicht einfach sein, ihn gleichwertig zu ersetzen», so Teammanager Viktor Mettler.

Gut möglich, dass der Aargauer Roman Albrecht, der momentan beim B-Klub Alte Kanti Aarau spielt, zu den «Wings» zurückkehrt. Vorgestern fand das Abschlussessen der Starwings statt. Und die Verantwortlichen haben nun intensive Wochen vor sich, um viele personelle Fragezeichen zu klären.

Denn die Mittel werden noch knapper sein, sodass es «Wunder» braucht, um den Standard zu halten.