Das Pech scheint den Baslern derzeit an den Füssen zu kleben. Erst muss Silvan Widmer aufgrund einer Magendarm-Grippe Forfait geben für das Qualifikationsspiel gegen Paok Thessaloniki, womit Trainer Raphael Wicky den einzigen nominellen Rechtsverteidiger in seinem Kader verliert und folglich zur Improvisation gezwungen ist.

Dann der nächste Nackenschlag von Uefa-Generalsekretär Giorgio Marchetti: In der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation träfe Basel auf Spartak Moskau. Das Killer-Los.
Natürlich, zuerst muss der FCB mal die Griechen ausschalten – und das wird schwer genug.

Brachte dem FCB kein Glück: Uefa-Generalsekretär Giorgio Marchetti.

  

Orientieren wir uns kurz an den Marktwerten. Die geben zwar nicht eins zu eins die tatsächliche Stärke einer Mannschaft wider, aber sie sind doch ein Anhaltspunkt. Mit fast 54 Millionen Euro liegt der Wert von Paok fast auf demselben Niveau wie jener des FCB (57 Millionen). Die Griechen starten zwar erst in ein paar Wochen in die Meisterschaft, haben also noch keinen Ernstkampf in den Beinen. Aber ist es wirklich ein Vorteil, gegen St. Gallen in letzter Sekunde 1:2 zu verlieren?

«Doch noch nach Russland»

Sollte es dem Team von Wicky gelingen, die jüngsten Misserfolge auszublenden und die Griechen niederzuringen, wartet schon der nächste Brocken. Spartak Moskau ist der mit Abstand stärkste Gegner, den der FCB zugelost bekommen konnte. Der Marktwert der Russen liegt mit 124 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie die anderen möglichen Gegner Standard Lüttich und Fenerbahce Istanbul (beide 64 Millionen) und rund dreimal so hoch wie jener von Slavia Prag (40 Millionen). Irgendwie läuft derzeit so gar nichts für den FCB.

Da passt der Galgenhumor von Fabian Frei irgendwie dazu. Am Flughafen in Thessaloniki meint er zu Luca Zuffi: «Da kommen wir ja doch noch nach Russland.» Beiden hat es für die WM nicht ins Kader der Schweizer Nationalmannschaft gereicht. Ob sich Frei nicht schon zu früh gefreut hat, wird sich weisen.

Mit Galgenhumor meinte Fabian Frei (rechts) im Hinblick auf ein mögliches nächstes Spiel gegen Spartak Moskau zu Luca Zuffi (links): «Da kommen wir ja doch noch nach Russland.»

    

Sollte der FCB aber beide Hürden meistern, jene in Griechenland und jene in Russland, er müsste immer noch das Playoff-Spiel überstehen. Auf wen er dort trifft, ist unklar. Sicher ist, dass der FCB gesetzt wäre und nicht auf Benfica treffen würde, sollten die Portugiesen auch so weit vorstossen. Das Schlimmste, was den Baslern passieren könnte – und damit muss man nach diesem schwarzen Montag rechnen –, wäre Ajax Amsterdam (Marktwert 229 Millionen Euro).

Meister YB hat es da bedeutend leichter. Sie treffen entweder auf PSV Eindhoven (140 Millionen), Red Bull Salzburg (114 Millionen), Celtic Glasgow (56 Millionen) oder Ludogorets Rasgrad (50 Millionen). Die Berner selbst weisen übrigens einen Marktwert von 75 Millionen Euro aus und liegen damit erstmals seit Jahren vor dem FCB.

Einziges Trostpflaster für die Basler: Sollten sie die Qualifikation schaffen, kassieren sie eine Antrittsprämie von rund 31 Millionen Euro, während sich die Berner mit 17 Millionen zufriedengeben müssten, wie die «SonntagsZeitung» vorrechnete. Mit dem Modus wurde auch die Verteilung der Gelder angepasst und von den europäischen Erfolgen der letzten zehn Jahre abhängig gemacht.