Seydou Doumbia musste leiden. In den letzten Wochen, weil er seit dem 1:1 in Vaduz am 5. März in den folgenden vier Spielen nur mickrige vier Minuten Einsatzzeit verbuchen konnte. Und gestern, weil er gegen YB nun plötzlich wieder über die kompletten 90 Minuten ran muss. Für Doumbia ist es der erst dritte Einsatz über die komplette Spieldauer im Jahr 2017. Elf Spiele hat der FCB in Cup und Liga absolviert. Dreimal wurde er spät eingewechselt, viermal blieb er ohne Einsatz auf der Bank und einmal gar nur auf der Tribüne.

«Wenn man lange nicht gespielt hat, werden die Beine gegen Schluss dann schon schwer», gibt Doumbia gestern nach der Partie zu Protokoll. Dennoch sei er sehr froh gewesen, als Urs Fischer ihm am Samstag mitgeteilt habe, gegen YB von Anfang an spielen zu dürfen. «Er hatte es zuletzt nicht einfach. Seydou hat andere Ambitionen, aber für mich ist es enorm wichtig, wie ein Spieler mit einer solchen Situation umgeht. Seydou hat zuletzt sehr gut trainiert. Das wird dann auch belohnt», sagt der Trainer zu seinem doch überraschenden Personalentscheid.

Stressfreie Jobsuche

Die Leihe des 29-jährigen Ivorers in Basel läuft Ende Saison aus. Weil er nicht wie erhofft eingeschlagen hat und eine definitive Verpflichtung dem FCB zu teuer sein dürfte, überlässt der Serienmeister Doumbia wohl wieder seinem Schicksal.

Bis Juni 2019, also noch zwei Jahre, gehört der Stürmer der AS Rom. «Ich habe in Rom einen Vertrag, nach der Saison muss ich dorthin zurück. Dann sehen wir weiter», sagt Doumbia. Das klingt nicht nach einer langfristigen Rückkehr nach Italien, vielmehr nach einem Kurzaufenthalt mit erneuter Leihe oder Verkauf.

Doumbias Suche nach dem Glück geht also weiter. Seit seinem Abgang aus Moskau verläuft die Karriere des 35-fachen Nationalspielers der Elfenbeinküste rückläufig. Von den Römern, deren Trikot Doumbia nur 14 Mal trug, wurde er zuerst zurück zu ZSKA Moskau, dann nach Newcastle und schliesslich nach Basel verliehen. Sein Marktwert ist in nur zwei Jahren von 25 Millionen auf 6 Millionen Euro gesunken. Doch wo andere Jobsuchende in Panik verfallen würden, besticht Doumbia mit afrikanischer Gelassenheit: «Es stresst mich keineswegs, nicht zu wissen, wo ich in zwei Monaten spiele. Ich will jetzt erst mal hier bis zum Schluss alles geben, Tore schiessen und Titel holen. Was nach der Saison passiert, wird sich zeigen.»

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