Kaum hatte Jason Joseph die Gewissheit, dass er sich über 110 Meter Hürden den Schweizer Meistertitel sicherte, umzingelten ihn zahlreiche Kinder. Ein Autogramm hier, ein Erinnerungsfoto dort. Der Hürdenläufer aus Therwil war nach seinem Erfolg die gefragte Person im Stadion Schützenmatte. Mit seiner Zeit von 13,42 Sekunden blieb er lediglich drei Hundertstel unter seinem persönlich aufgestellten Schweizer Rekord. Eine Tatsache, die ihn nach dem Rennen ein wenig wurmte. «Ich bin hierhergekommen, um den Schweizer Rekord zu laufen», so Joseph. Trotzdem zeigte er sich mit seinem Lauf zufrieden. «Ich kann ja nicht in jedem Rennen eine Schweizer Bestzeit laufen.»

Neben Joseph durften sich an den Schweizer Meisterschaften vier weitere Basler Athletinnen und Athleten über die Goldmedaille freuen. Alex Wilson war über 100 und 200 Meter wie erwartet zu schnell für seine Konkurrenten, Gregori Ott triumphierte sowohl im Kugelstossen als auch im Diskuswerfen, Carlos Kouassi entschied den Dreisprung für sich und Salome Lang sprang im Hochsprung am höchsten. Lang, die für die Old Boys startet, zeigte sich trotz dem Titel mit ihrer Leistung unzufrieden: «Die Goldmedaille mit einer Höhe von 1,83 Metern zu gewinnen, ist nicht ganz so schön. Ich wollte eigentlich die 1,90 Meter-Marke angreifen. Die tolle Atmosphäre macht es umso bitterer, dass ich keinen guten Wettkampf ablieferte», sagte sie.

Mujinga Kambundji läuft in die Weltspitze

Die Basler Leichtathleten bewiesen an den Schweizer Meisterschaften ihre Stärke. Insgesamt 14 Medaillen durften sie zu Hause in Empfang nehmen. Es waren nicht nur deshalb zwei geglückte Tage auf der Schützenmatte. Die Stars der Schweizer Leichtathletikszene sorgten für denkwürdige Momente. Allen voran Mujinga Kambundji begeisterte das Publikum. Über 200 Meter lief die Sprinterin am Samstag mit 22,26 Sekunden einen herausragenden neuen Landesrekord. In diesem Jahr sind bisher über diese Distanz nur sieben Frauen schneller gerannt als Kambundji. Grund genug für das Basler Publikum, um die Bernerin mit einer Standing Ovation zu feiern.