FC Basel

Sieg und Sorge: Der FCB gewinnt im Cup, verliert aber seinen besten Torschützen

Mit Hilfe zweier Physios musste Kemal Ademi in Meyrin das Feld verlassen. Diagnose: Gehirnerschütterung und Ausfall für einige Tage. Fresh

Mit Hilfe zweier Physios musste Kemal Ademi in Meyrin das Feld verlassen. Diagnose: Gehirnerschütterung und Ausfall für einige Tage. Fresh

Nach Startschwierigkeiten gewinnt der FCB im Cup beim 1.-Liga-Team Meyrin FC am Ende standesgemäss mit 3:1. Torschütze Kemal Ademi trat die Reise nach Basel aber erst verspätet an. Er musste mit Gehrinerschütterung ins Spital.

Die Schreie sind laut. Schmerzerfüllt. Es läuft die 69. Minute, als Kemal Ademi zu Boden geht. Nach einem Zweikampf mit Matteo Rezzonico windet er sich am Boden, hält sich den Kopf. Nur mit Hilfe zweier Physios kann Ademi das Spielfeld verlassen. Er wirkt benommen.

«Es geht ihm nicht gut», sagt Marcel Koller nach dem Spiel, während Ademi zeitgleich wenige Meter von ihm mit einer Trage von der Kabine in den Krankenwagen gebracht wird. Der 23-Jährige muss nach dem Spiel direkt ins Universitätsspital, wo über Nacht die nötigen Abklärungen getroffen werden. «Er hat eine geschwollene Backe», teilt Koller mit, was er in der Kabine gesehen hat. Ademi sei zwar bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar, so Koller weiter. Der Verdacht lautet zu diesem Zeitpunkt: schwere Gehirnerschütterung und eine lange Ausfalldauer. Ein Verdacht, der am Sonntagmittag zumindest teilweise abgeschwächt werden kann. Wie der Verein mitteilt, hat sich Ademi zwar eine Gehirnerschütterung zugezogen, fällt aber nur einige Tage aus. Dies haben die Untersuchungen im Spital ergeben, welches er noch in der Nacht auf Sonntag wieder verlassen konnte.

Erst Europa, später Spitzenkampf

Die Zeitspanne des Fehlens zu beziffern, ist bei Kopfverletzungen immer schwer. Auch wenn der Spieler selber am Sonntag auf Instagram schreibt, dass er davon ausgehe, dass «ich am Sonntag wieder auf dem Platz stehen werde». Er habe nur eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen, präzisiert er. Sollte Ademi recht behalten mit seiner Rückkehrprognose, dürfte die Erleichterung beim FCB immens sein. Der 23-Jährige ist seit dem Wechsel Albian Ajetis und dem bei Ricky van Wolfswinkel entdeckten Aneurysma Stürmer Nummer eins, Topskorer mit wettbewerbsübergreifend sieben Toren und in bestechender Form. Und vor allem: unverzichtbar und so gut wie nicht ersetzbar.

Seit seinem rapiden Aufstieg in der Hierarchie von Stürmer Nummer 3 zu Stürmer Nummer 1 vor rund einem Monat hat Ademi in jedem Spiel mindestens einmal getroffen. Er ist die personifizierte Lebensversicherung des FCB und wäre in den kommenden Tagen zentral gewesen. Für die Basler steht nämlich eine besonders bedeutende Woche an. Der 3:0-Sieg im Cup gegen Meyrin war nur der Anfang. Am Donnerstag wartet das Spiel gegen Krasnodar und damit das erste auf internationaler Ebene seit eineinhalb Jahren und drei Tage später der Spitzenkampf in Bern bei den Young Boys.

Die Noten:

Obschon sich Ademi für das YB-Spiel fit meldet, hat der FCB aufgrund seiner Absenz zumindest am Donnerstag gegen Krasnodar etwas, was er in dieser noch jungen Saison schon zu oft hatte: Stürmersorgen. Zwar stehen die jungen Afimico Pululu, Julian Vonmoos und Tician Tushi bereit, genau so wie der vor zwei Wochen verpflichtete Arthur Cabral. Erstere drei fehlten am Samstag im Aufgebot, Cabral durfte erste FCB-Ernstkampfluft schnuppern. Wie schnell er sich einfügen und ob er bereits in diesen schwierigen Partien einen Einfluss haben kann, ist offen. Dafür war sein Einsatz zu kurz und der Gegner von einer Stärkeklasse, die über seine Qualitäten kaum Aufschluss geben kann.

Auf dem Weg zu einem europäischen Überwintern wäre ein Sieg gegen die Russen extrem wichtig. Gerade weil zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase im heimischen Joggeli gespielt werden kann.

Bis dann dürfte das Meyrin-Spiel in der breiten Wahrnehmung wieder vergessen sein. Der FCB aber muss seine Lehren daraus ziehen. Das 3:0 wirkt souveräner und klarer, als es über weite Strecken war. Die Elf um Neo-Profi Elis Isufi und Neo-Basler Emil Bergström bekundete lange Mühe. Gegen den vier Ligen tiefer spielenden Gegner reichte es dank Toren von Ademi, Fabian Frei und Valentin Stocker trotzdem. Dem wird wohl auch in der nächsten Runde so sein, wo Basel auf Lausanne-Ouchy trifft. Gegen Krasnodar und YB muss sich der FCB aber in allen Bereichen steigern.

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