«Hallenhockey und Feldhockey unterscheiden sich. Es sind fast zwei verschiedene Sportarten.» Der dies sagt, heisst Andy Gass, gilt als einer der besten Schweizer Landhockey-Spieler aller Zeiten und bekleidet beim Basler HC das Amt des Junioren-Obmannes. Wer am Sonntag in der Rankhofhalle zugegen war, kann diese Aussage nur bestätigen. Im Vergleich zur Freiluft-Saison, welche nebenan auf dem Kunstrasenfeld von März bis Oktober ausgetragen wird, ist der Schläger anders.

Zudem darf in der Halle beim Torschuss nicht ausgeholt werden, sondern der Ball muss geschlenzt (geschoben) werden. Und die beiden, knapp zehn Zentimeter hohen «Banden» ermöglichen zusätzliche Kombinationen. Das Spiel in der Halle ist schneller, es kommt zu mehr Torszenen und Techniker kommen auch besser zur Geltung.

Clara Töngi (21) ist «durch meinen grossen Bruder zum Landhockey gekommen», erklärt die Baslerin. Seit vierzehn Jahren gehört sie dem Basler HC an und erlebte mit ihren Teamkolleginnen einen erfreulichen Sonntag. Im ersten Spiel siegte der BHC gegen den HC Olten mit 2:1, wobei es Töngi vergönnt war, das Siegestor zu erzielen. Drei wichtige Punkte gegen einen direkten Mitkonkurrenten um den Finalrunden-Einzug.

In der Abschluss-Partie unterhielten die Baslerinnen ihr treues Publikum mit einem veritablen Torfestival. Gegen den Tabellenletzten Black Boys Genf siegte Basel gleich mit 11:1. Bei diesem Schützenfest ging Töngi, welche auf der Gemeindeverwaltung Bettingen eine KV-Lehre macht, leer aus. «Das macht nichts; mein Tor zum Sieg gegen Olten war sicher wichtiger und hat uns drei Punkte gebracht», lachte Töngi, die im Verein das Amt der Finanzchefin bekleidet.

«Wir wollen die Qualifikation auf Rang 2 oder 3 abschliessen; damit würden wir im Halbfinale ein Treffen mit Rot-Weiss verhindern», so BHC-Trainer Song Moo Lüscher. Der sich von der Leistung seiner Spielerinnen sehr angetan zeigte.

Wie beim Feldhockey ist Rotweiss Wettingen in der Halle eine Klasse für sich. Alles andere als ein erneuter Titelgewinn der Aargauerinnen wäre als Sensation zu bewerten.

Ausblick auf die Meisterschaft

In einem allfälligen Endspiel ist bekanntlich vieles möglich. Wer die Spielfreude der Dybli, verbunden mit Disziplin, Kampfgeist und einer enormen Laufbereitschaft, gesehen hat, traut den Baslerinnen alles zu. Wettingen gewann gegen Black Boys in der 2.Runde jedenfalls «nur» mit 6:0.