Rudern
Simon Niepmann peilt an den Weltmeisterschaften eine Medaille an

Der Grenzacher Simon Niepmann geht an den Weltmeisterschaften fremd. Der 28-jährige ist in Südkorea im Zweier statt im Vierer ohne am Start

Jonas Burch
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Zu zweit unterwegs: Lucas Tramèr und Simon Niepmann (rechts) peilen an den Weltmeisterschaften eine Medaille an. Keystone

Zu zweit unterwegs: Lucas Tramèr und Simon Niepmann (rechts) peilen an den Weltmeisterschaften eine Medaille an. Keystone

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Wie weiter? Nach dem 5. Platz an den Olympischen Spielen 2012 in London stand für Simon Niepmann und seine drei Teamkollegen «Kopf lüften und Gedanken machen» auf dem Programm. «Natürlich habe ich auch mir überlegt, wie es sportlich weitergehen soll», blickt Niepmann auf den letzten Herbst zurück. Die Kernfrage: Lohnt es sich, nochmals vier Jahre Herzblut und Zeit bis Rio 2016 zu investieren? «Nach London habe ich Blut geleckt. Ich will ein solches Abenteuer gerne wieder erleben», sagt Niepmann bestimmt.

Noch individueller arbeiten

Inzwischen sind mehrere Monate vergangen. Wie in einem «Nach-Olympia-Jahr» üblich, nutzen die Schweizer Ruderer diese Saison für frische, neue Ideen und Reizpunkte. Anstatt im selben Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann rudert der 28-Jährige im Zweier mit Lucas Tramèr durch die internationalen Gewässer. Die beiden anderen Olympioniken Mario Gyr und Simon Schürch – die in der Vorbereitung die besseren Zeiten hatten – sind gemeinsam im Doppelzweier unterwegs. «Ziel dieser Unterteilung soll sein, dass wir in dieser Phase noch individueller an uns arbeiten können», weiss der Grenzacher. Trotzdem trainieren beide Duos gemeinsam in Sarnen – als Vergleich und Ansporn.

Ein paar Mal leer geschluckt

Wie gut Niepmann auch die neue Herausforderung im Zweierboot liegt, zeigen die Resultate. Als Cheftrainer Simon Cox beim Saisonstart EM-Gold Anfang Juni in Sevilla ausgerufen hatte, «habe ich erstmals leer geschluckt», erinnert sich der Ruderer vom Seeclub Zürich. Mittlerweile ist die Gold-Medaille in trockenen Tüchern und die WM im koreanischen Chungju wartet ab dem kommenden Sonntag bereits als nächster Gradmesser. Niepmann und Tramèr peilen auch in Fernost eine Medaille an. «Man spürt aber schon, dass die Konkurrenz in dieser Klasse deutlich schwächer ist. Aber ein Wettbewerb ist ein Wettbewerb.» Als Vergleich: Am Weltcup in Luzern Mitte Juli waren die Schweizer die einzigen Ruderer der 15 Boote, die in einem Olympia-Final vertreten waren. Trotzdem: Die Resultate stimmen.

Nach der WM ist die Saison und auch der Abstecher ins Zweierboot zu Ende. Während sich die meisten Ruderer im Herbst individuell fit halten, werden ab Januar die Trainings in der Königsdisziplin wieder aufgenommen. Laut Verband will die Schweiz in Rio einen leichten Vierer wie auch einen leichten Doppelzweier stellen. Mario Gyr und Simon Schürch dürften wieder in den Vierer zurückstossen. Deren Entscheidung ist aber noch offen. «Was auch kommt, ich freue mich wieder auf die Herausforderung zu viert.»