Die Riehenerin Simone Werner (Old Boys Basel) wurde in Luzern ihrer Favoritinnenrolle gerecht und sicherte sich mit einem kontrollierten Lauf im 400-Meter-Final ihren ersten Elite-Schweizermeistertitel. «Ich startete schnell wie immer und lief bald auf Nora Farrag auf, dann nahm ich wohl etwas viel Tempo raus, konnte aber auf der Zielgeraden nochmals schön Tempo aufnehmen. Dieser
Titel war ein grosses Ziel von mir», sagte die U23-EM-Teilnehmerin im Ziel zufrieden.

Wenig später durfte sie mit ihrem Freund und Trainingskollegen Silvan Wicki mitfiebern, der seine Chance im 200-Meter-Final nutzte und als Junior überraschend den Titel holte. Schon in der Kurve lief er auf die eigentlich favorisierten Marc Schneeberger und Pascal Müller einen kleinen Vorsprung heraus, den er auf der Zielgeraden verteidigen konnte. «In der Kurve spürte ich ein leichtes Ziehen im Bein und dachte, hoffentlich passiert nichts, auf der Zielgeraden fühlte ich mich dann aber sicher», meinte der zunächst sprachlose Riehener im Ziel.

Er packte seine Chance, nachdem sein Klubkollege und Titelverteidiger Alex Wilson wegen leichter Sehnenprobleme auf den Start verzichtet hatte und auch Reto Amaru Schenkel (LV Winterthur) nur über 100 Meter angetreten war.
Nicht alle haben geglänzt

Es gab auch enttäuschte Gesichter in Luzern. Der Schweizer Rekordhalter Wilson musste sich Schenkel über 100 Meter geschlagen geben. Stabhochsprung-Topfavorit Marquis Richards (TV Arlesheim) scheiterte an seiner Anfangshöhe von 5,10 Metern. Isabelle Gysi (Old Boys Basel) kam im Dreisprung nicht auf Touren und blieb mit 12,36 Metern deutlich unter ihrer Saisonbestleistung von 12,90 Metern, die für Silber gereicht hätten. In der Endabrechnung blieb Gysi nur der vierte Platz.

Nils Wicki (Old Boys Basel) verstauchte sich im Verlauf des Dreisprungwettkampfs den Fuss und konnte folglich seine Chance auf die Bronzemedaille nicht nutzen. Im Weitsprung war er mit lädiertem Fuss chancenlos, dafür sprang Klubkollege Christopher Ullmann in die Bresche und holte sich im letzten Versuch mit 7,47 Metern die Bronzemedaille. «Mit der Weite bin ich nicht ganz zufrieden.

Wenn alles zusammenpasst, kann ich mehr», meinte Ullmann zu seinem Resultat, «mit dem Platz bin ich aber sehr glücklich.» Zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze also ist die regionale Bilanz in diesem Jahr. Sven Tarnowski (LC Basel) gewann wie schon im Vorjahr den Hochsprungwettkampf, ist aber als Deutscher nicht titelberechtigt. Und der ebenfalls für den LCB startende Brite Neil Burton lief ein tolles 5000-Meter-Rennen und wurde Dritter.

Die Speerwerferin Karin Olafsson (TV Riehen) zeigte sich mit 44,60 Metern verbessert und verpasste das Podest als Vierte um keine zwei Meter. Eine Riesenchance verpasste Lea Bachmann (Old Boys), die als Sechste des Stabhochsprungs mit 3,60 Metern unter ihrer Besthöhe von 3,80 Metern blieb, die in diesem Jahr für Bronze gereicht hätten. Raphael Fuchs (LC Basel) verlor in den Positionskämpfen des 1500-Meter-Finals viel Kraft und kam am Ende nur als Achter ins Ziel.