Leichtathletik

Simone Werner und Marquis Richards wollen einen Finalplatz

Simone Werner von den Old Boys Basel enteilt der Konkurrenz.

Simone Werner von den Old Boys Basel enteilt der Konkurrenz.

Die Sprinterin der Old Boys und der Stabhochspringer des TV Arlesheim/Goldwurst Power streben an den U23-Europameisterschaften im finnischen Tampere ein Weiterkommen an.

«Der Stab», wie Marquis Richards genannt wird, ist bereit. Bereit für die kommenden U23-Europameisterschafts-Wettkämpfe in Tampere. Der 22-jährige Stabhochspringer vom TV Arlesheim/Goldwurst Power hat die EM-Limite von 5,20 Metern geknackt und sich somit nach 2009 und 2011 zum dritten Mal in Folge für die heute beginnende Junioren-Europameisterschaft qualifiziert.

Mit der Qualifikation hat er sich sein grösstes Saisonziel erfüllt: «Ich habe hart gearbeitet, das ist der Grund, weshalb ich nun in Finnland sein darf», sagt Richards am Telefon. Daneben arbeitet er in einer Firma als Produzent, wo er Werbefilme und Imagefilme für Firmen herstellt. In der Karriere des Stabhochspringers gab es aber nicht nur glückliche Momente: Nach den Erfolgen an den EM 2009 und der WM 2010 ereignete sich dem Baselbieter auf dem Basler Barfüsserplatz ein schlimmer Unfall: Richards landete nach einem Sprung neben der Auffangmatte.

Der weite Weg zurück

Zu den Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, kamen psychische Probleme dazu, die Richards während mehr als einem Jahr begleiteten. Er verlor das Vertrauen in den Stab, verlor das Vertrauen in sich selbst. Nur dank intensiver Arbeit zusammen mit seinem Mentaltrainer schaffte die Nachwuchshoffnung den Sprung zurück an die Spitze der Schweizer Leichtathletik.

Mit seinem ersten Schweizer Meistertitel bei den Aktiven zu Beginn des Jahres bestätigte Richards dann seine wieder aufsteigende Formkurve. «Ich bin mental fit, körperlich wie nie zuvor, von dem her gibt es nur Gutes zu berichten», erklärt der Arlesheimer.

Um sich im Ratina-Stadion, wo die Europameisterschaften stattfinden werden, einen Platz im Final zu sichern muss Richards Form auch stimmen, denn die Konkurrenz ist stark. Stärker als vor drei Jahren, als er an den Weltmeisterschaften in Kanada Zehnter wurde. Trotzdem hat Richards Grosses vor: «Ich strebe ganz klar einen Finalrundenplatz an und ich glaube, wenn es gut läuft, dann kann ich auch gute Höhen springen», sagt der Baselbieter. Seinen ersten Wettkampf wird Richards morgen Freitag bestreiten.
Werners Erleichterung

Auch die 20-jährige Sprinterin Simone Werner will an den U23-Europameisterschaften überzeugen. Ihren Platz im Feld der 400-m-Läuferinnen hat sie sich vor gut zwei Wochen in Nottwil mit einer Zeit von 55,48 Sekunden gesichert. «Ich bin extrem erleichtert, dass ich mich qualifizieren konnte», sagt die Athletin der Old Boys. Bei der Qualifikation habe der Riehenerin der Druck und die Anspannung zur Höchstleistung und damit zum grossen Ziel des Jahres verholfen, denkt sie.

Eigentlich sei es zuerst ihr Ziel gewesen, in den Halbfinal zu kommen, doch da nun nur 20 Sprinterinnen das Rennen um den Titel bestreiten würden, gebe es nach den Vorläufen direkt einen Final, sagt sie. Und somit müsste Werner unter die ersten acht laufen, um die letzte Runde zu erreichen, was als Läuferin des jüngsten Jahrgangs eine Herausforderung ist. «Ich werde mich einfach auf meinen Lauf konzentrieren und meine Taktik durchziehen», erklärt die Athletin.

Werner studiert seit gut einem Jahr Medienwissenschaften und Soziologie an der Universität Basel. Dieser Studiengang lässt ihr viele Freiheiten, da sie ihren Stundenplan selbst zusammenstellen kann. Da ihr erster Lauf gleich heute auf dem Programm steht, kann sie danach die übrigen Schweizer Athleten bei ihren Wettkämpfen beobachten.

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