Eigentlich waren die Basler LTC-Frauen von den Klassierungen her stärker einzustufen als die Sissacherinnen. Letztere jedoch liessen sich davon nicht beirren. Einmal mehr bewiesen sie, dass während eines Tennismatches vieles möglich ist und die mentale Stärke die halbe Miete ist. Die Baselbieterinnen – letzte Saison spielten sie wie Basel noch in der Nationalliga B – holten trotz widrigster Umstände die ersten vier Punkte der laufenden IC-Saison. Widrig, weil sie mit null Punkten in die zweite Runde starteten; widrig aber auch, weil die äusseren Bedingungen misslich waren. Tiefe Temperaturen um die 9 Grad, starker Wind und letztlich noch Regen. Kein Wunder, fehlte die grosse Unterstützung des Heimpublikums.

Die Tagesform stimmte

Das Heimteam um Captain Corinne Thommen hatte offensichtlich nicht nur einen guten Tag erwischt, sondern auch die richtige Einstellung gefunden. So entschieden die Sissacherinnen vier der fünf Einzel für sich. Das Erfreuliche daran: Drei Einzel konnten gegen besser klassierte Spielerinnen gewonnen werden. Die als Nummer eins gesetzte Nationalkader-Spielerin Sydney Weller (Nummer 75) ging mit gutem Beispiel voran und schlug Anaïs Gabriel, N3 (44), in zwei Sätzen (6:2 und 7:6). Wobei es im zweiten Satz nochmals auf Messers Schneide stand: die beiden Juniorinnen boten spannende Ballwechsel, und so musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Die 16-jährige Weller forcierte ihr Tempo, liess nochmals ihre Klasse aufblitzen und wirkte gerade bei den entscheidenden Punkten etwas konsequenter als ihre Konkurrentin.

Nur Anner für LTC erfolgreich

Die Frauen des TC Sissach überzeugten aber auch bei den drei anderen Einzel-Begegnungen. Die als Nummer zwei gesetzte Melanie Vidovic (R1) siegte souverän gegen Vanessa Besel (R1). Der Captain des Basler LTC, Jessica Anner (R2), gewann als Einzige ihr Einzel mit 7:5; 7:5 gegen Janine Sutter (R2). Die beiden jüngsten Baslerinnen, Lara Eldridge (1999) und Ivana Todorovic (2000), hatten keine Chance gegen ihre Baselbieter Gegnerinnen, die fast zehn Jahre älter waren.

Taktisch versierter

An den beiden Sissacher Doppelteams gingen die Einzel nicht spurlos vorbei. Nicht zuletzt, weil die Bälle durch den Regen immer schwerer wurden. Nun setzten sich die routinierteren Doppel-Spielerinnen des Basler LTC durch. Sie spielten taktisch versierter und hatten mehr Kraftreserven. Zudem stellten sie mit Claudia Riera eine Spielerin auf, die noch kein Einzel gespielt hatte und deshalb noch frisch war. Trotzdem waren beide Doppel über weite Strecken sehr ausgeglichen. Die dritten Sätze mussten entscheiden. Letztlich setzten sich beide Basler Teams mit 7:5 im dritten Satz durch.

Chancen für Aufstiegsspiele intakt

Nach dem knappen Sieg der Sissacherinnen ist aber in Sachen Aufstieg noch nichts entschieden. Beide regionalen Teams, die einzigen noch verbliebenen in der NLC, haben noch intakte Chancen, wieder in die NLB aufzusteigen. Für die Stadtbaslerinnen sieht die Ausgangslage jedoch etwas besser aus als für die Baselbieterinnen. Mit neun Punkten liegen sie derzeit auf Platz zwei der Gruppenrangliste. Doch auf das LTC-Team um Captain Jessica Anner wartet am 25. Mai mit Seeburg Kreuzlingen der grössere Brocken als auf die Sissacherinnen, die am 26. Mai auf den Gruppenletzten Schaan treffen.