«Da stehen zehn Mann um den Schiedsrichter und schubsen und bedrohen ihn, das hat mit Fussball nichts mehr zu tun», schildert Black-Stars-Sportchef Peter Faé seine Erlebnisse im Match gegen Sloboda Basel. Ohnehin verliert er nicht viel nette Worte über den serbisch-stämmigen Verein aus dem Osten Basels: «Aus meiner Sicht gehört dieser Verein längst aufgelöst».

Grund für Faés Wut: Vor rund zwei Monaten wurde das Direktduell abgebrochen. Die Rede ist von Schiedsrichterbedrohung seitens Sloboda. Für Black an der Seitenlinie stand damals Samir Tabakovic. Er erinnert sich noch gut an die Partie: «Das war ein konstantes Reklamieren, Schreien und Provozieren auf dem Feld.» Auch Zuschauer seien involviert gewesen: «Immer wieder standen Sie an der Seitenlinie und haben sich beim Schiedsrichter beschwert».

Am Ende habe ein Spieler dem Referee wohl absichtlich auf den Fuss getreten, sodass dieser keine Lust mehr hatte, das Spiel zu leiten. Das brachte Sloboda gleich 50 Strafpunkte ein. Der Vorfall sei aber nur einer von vielen gewesen. Faé behauptet weiter, dass bei Sloboda nicht selten Spieler unter falschem Namen eingesetzt würden: «Der Meier heisst dann halt mal Müller und umgekehrt, das geht seit Jahr und Tag so, auch bei den Veteranen.»

«Das ist Quatsch»

Andere Teams aus der Gruppe 2 bestätigen dieses Bild. Immer wieder werden vor allem das ständige Reklamieren und die Kommentare von Trainer und Zuschauer angeprangert. Sava Stevanovic, seinerseits Sportchef beim kritisierten Verein, winkt ab: «Von uns kommt so etwas bestimmt nicht, das ist Quatsch!»

Er habe bei Black-Stars genauso viele versteckte Fouls gesehen. Stevanovic kritisiert vor allem den Schiedsrichter: «Der junge Schiri hat von Anfang an nicht mit demselben Massstab gemessen», fühlt er sich benachteiligt. Und sowieso: «Wenn ein Spieler von uns ‹Gopferdammi› ruft, bekommt er sofort gelb». Ein Problem, dass von ausländischen Klubs wohl nicht zu Unrecht häufig kritisiert wird.

Kritik am Verband

Beim Fussballverband Nordwestschweiz will man zum Spielabbruch keine Auskunft geben: «Nach Absprache mit unserem Rechtsberater kommentieren wir keine Ereignisse einzelner Vereine mehr». Geht es nach Black-Stars-Sportchef Faé, ist das eine typische Reaktion: «Der Verband weiss genau, was da läuft. Da wird hinter den Kulissen geflucht und dann doch wieder nichts gemacht».

Von Verbandsseite gibt es verschiedene Sanktionsmöglichkeiten. Zunächst werden bei unfairem Spiel Suspensionen und Geldstrafen ausgesprochen. Erst bei verbalen Bedrohungen gegen den Schiedsrichter arbeitet man auch mit Punkteabzügen, bei tätlichen Angriffen mit Ausschluss der entsprechenden Mannschaft. Sloboda wurden wegen des Verhaltens in besagtem Match gegen Black drei Punkte abgezogen.

Sloboda hat reagiert

Beim gescholtenen Verein ist man sich der unangenehmen Situation durchaus bewusst. Deshalb sei am vergangenen Mittwoch eine Sitzung mit dem Vorstand und den Spielern einberufen worden. Laut Sportchef Stevanovic habe man sich darauf geeinigt, die letzten zwei Vorrundenspiele noch ordentlich über die Bühne zu bringen. «Es geht jetzt in erster Linie um das Image des Vereins, nicht mehr so sehr um das Resultat».