Mit einem 3:2-Sieg gegen Volley Köniz verweist Sm’Aesch seinen samstäglichen Gegner auf den vierten Tabellenrang und trifft nun in den Playoff-Viertelfinals nicht auf die Bernerinnen, sondern auf Franches Montagnes.

Applaus und Kopfschütteln

Am Schluss dieses letzten Spiels der NLA-Qualifikation blieb den
Zuschauern in der Aescher Löhren-ackerhalle nebst tosendem Applaus für ihr Team auch noch ein ungläubiges Kopfschütteln übrig. Einmal mehr nämlich hatten die Spielerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen phasenweise gezeigt, dass einiges mehr in ihnen steckt, als sie in den 18 Runden vor den Playoffs gezeigt hatten.

Sm’Aesch-Trainer Johannes Nowotny kennt die Gründe für den bislang nicht optimal gelungenen Saisonverlauf: «Angefangen hat alles im Juni mit der letztlich mehr als unglücklichen Verpflichtung der Kubanerin Indira Mestre-Baro. Ich wollte sie als routinierte Angreiferin zusammen mit unseren jungen, talentierten Eigengewächsen einsetzen. Doch aufgrund ihrer nie ausklingenden Knieverletzung war dies nicht möglich, sodass sie ohne je richtig gespielt zu haben unseren Klub und die Schweiz verlassen musste. Und um nach Saisonbeginn auf die Situation mit einer entsprechenden Neuverpflichtung zu reagieren, war es zu spät. Es ist, wie wenn man ein feines Essen zubereiten will, und die wichtigste Beilage fehlt. Dann schmeckt das Essen einfach nicht.»

Als ob Capitaine Laura Tschopp und ihre Teamkolleginnen allen das Gegenteil beweisen wollten, schlugen sie am Samstagabend das favorisierte Köniz in einer immer besser und spannender werdenden Partie im Tie-Break.

Ein Ruck beim ersten Satzball

Das Spiel begann für das Heimteam jedoch grauenhaft. Mit einer unglaublichen Häufung von Service- und Annahmefehlern machte es Sm’Aesch den Bernerinnen im ersten Satz einfach. Gleich mit 25:12 holte sich die Multikulti-Truppe von Trainer Dirk Gross diesen Startsatz. Auch im zweiten Satz lagen die Gastgeberinnen bis zum Spielstand von 20:20 meist im Hintertreffen. Doch beim ersten Satzball für Köniz (24:22) ging ein Ruck durch die Mannschaft und mit generösem Einsatz und einigen schönen Punkten von Kerley Becker und Lauren Ford glich Sm’Aesch nach Sätzen aus.

Doch nach der kurzen Pause kam es für Sm’Aesch zu einem Déja-vu-Erlebnis und Köniz lag nach dem klaren 25:13 erneut in Führung. Es sollte dies aber die letzte Schwächephase des Birstaler Kombinats an diesem Abend gewesen sein. Denn ab dem vierten Satz bestimmte Sm’Aesch die Gangart und gewann diese Partie in der notwendig gewordenen Kurzentscheidung schon fast problemlos.

Franches Montagnes statt Köniz

Mit diesem Sieg bleibt Sm’Aesch zwar auf dem sechsten Patz nach der Qualifikationsphase, doch heisst der Gegner jetzt nicht wie befürchtet Köniz, sondern Franches Montagnes.

Und gegen die Ausländerinnen-Truppe aus dem Jura kann Trainer Nowotny ja vielleicht doch noch sein Festmahl kreieren, da er ja die wichtigen Zutaten respektive die richtige Mischung noch im richtigen Moment gefunden zu haben scheint.