Nach den bisherigen erfolgreichen Europa-Cup-Auftritten gegen Naturhouse Ciudad de Logrono (Spanien) und Hämeenlinna (Finnland) mussten die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen am Donnerstagabend gegen Kfar Saba antreten. Auch eine total fast 12-stündige beschwerliche Reise nach Israel konnte die vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Baselbieterinnen nicht stoppen. Nach zwei Trainings vor Ort und einer Videoanalyse des Gegners, startete das Team von Head-Coach Timo Lippuner mit viel Schwung in diese Partie. Nach anfänglichem beidseitigem Abtasten, mit einigen Eigenfehlern, übernahmen die Gäste immer mehr das Zepter und lagen beim zweiten technischen Timeout mit 16:13 in Front und gaben diesen Vorsprung bis zum Ende des ersten Satzes nicht mehr ab.

Für diesen wichtigen Satzgewinn zeichneten in dieser Phase vor allem die stark aufspielenden Jekatarina Stepanova (8 Punkte) und die sprungstarke Anu Ennok mit 6 Winnern verantwortlich. Im zweiten Durchgang steigerte sich das Heimteam unter der Regie ihrer japanischen Passeuse Satsuki Minami und der nur 170 cm grossen Angreiferin Anastasiya Shebotarov und lag nach ausgeglichenem Beginn mit 13:10 und 19:17 vorne. Doch die Baselbieterinnen liessen sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit Capitaine Kerley Becker beim Service und ihrer fünf Punkte in Folge machenden brasilianischen Landsfrau Barbara Duarte drehte Sm’Aesch diesen Satz noch zu seinen Gunsten.

Die Ereignisse überstürzen sich

Mit dieser 2:0-Satzführung auf des Gegners Platz lag das Momentum ganz klar beim vermeintlichen Aussenseiter. Mit einer aufmerksamen Libera Thays Deprati und der von Zuspielerin Rosane Maggione in dieser Phase vermehrt in Szene gesetzten Maja Storck lag das Birstal-Kombinat schnell mit 15:8 in Führung. Doch jetzt griffen die beiden Schiedsrichter und die vier einheimischen Linienrichter in skandalöser Art und Weise ins Spielgeschehen ein. Praktisch jeder Ball wurde zu Ungunsten der Schweizerinnen gegeben. Und als Tüpfelchen aufs i wurde der klar im Feld gelandete Matchball von Stepanova beim Spielstand von 25:24 vom Linesman out gegeben.

Dieser nicht wirkliche sportliche Akt brach die Moral der noch jungen Sm’Aesch-Spielerinnen und die Israelitinnen holten sich den dritten Satz und glichen anschliessend gegen einen nun völlig demoralisierten Gegner satzmässig aus. Erst auf das nun nötig gewordene Tie-Break konnte Trainer Lippuner seine Spielerinnen wieder beruhigen und diese holten sich die bei diesem Spielstand noch zu gewinnenden zwei Punkte mit einer richtigen Wut im Bauch. «Das war ein absoluter Skandal. Aber mit diesem letztlich noch knappen Sieg, stehen unsere Chancen für ein Weiterkommen sicher nicht schlecht.» sagte ein ziemlich saurer Lippuner nach der Partie.