In den Eishockey-Playoffs ist es durchaus möglich, dass der in der Qualifikation Achtplatzierte noch Meister werden kann. Ein solches Szenario ist aber im Volleyball praktisch unmöglich. Dies bewiesen die ersten Best-of-Three-Playoff-Viertelfinalspiele in denen der besser Platzierte zuerst auswärts antreten musste.

Sowohl Serienmeister Volero Zürich (1.) gegen Kanti Schaffhausen (8.), als auch Hotel Cristal Franches Montagnes (3.) gegen Cheseaux (6.) setzten sich glatt mit 3:0-Sätzen durch. Dass dies auch dem Qualifikationsrunden-Zweiten Sm’Aesch Pfeffingen gegen Edelline Köniz gelingen würde, war deshalb zu erwarten.

Ein veritabler Blitzstart

Das Team von Head-Coach Timo Lippuner startete mit seiner gewohnten Stammsechs und Libera Thays Deprati sehr konzentriert in die Partie und lag beim ersten technischen Time-Out mit 8:2 in Führung. Tess von Piekartz und Topscorerin Laura Künzler gelangen in dieser Startphase gar zwei Service-Asse. Im weiteren Verlauf bauten die Gäste diesen beruhigenden Vorsprung sogar noch aus (18:8). Dies war vor allem der sehr variablen Angriffsauslösung von Zuspielerin von Piekartz und den kraftvollen Abschlüssen von Youngster Maja Storck und Anu Ennok  zu verdanken. Als dann auch noch Capitaine Barbara Duarte ein Ass zum 23:13 gelang, war dieser Startsatz für die Baselbieterinnen gelaufen.

Laura Künzler (Mitte) ist Topskorerin von Sm'Aesch Pfeffingen.

Laura Künzler (Mitte) ist Topskorerin von Sm'Aesch Pfeffingen.

Dass es nicht in diesem Stil weitergehen würde, wussten natürlich auch die Sm’Aesch-Spielerinnen. Die Bernerinnen kamen viel besser aus den Startlöchern in den zweiten Satz und lagen dank der omnipräsenten Zoe Vergé-Dépré und ihrer litauischen Topscorerin Monika Salkute zwischenzeitlich mit drei und sogar fünf Punkten in Front (10:7 und 16:11). Jetzt lief bei den Gästen nicht mehr viel zusammen und das Heimteam schien das Glück bei einigen Punkten mit Netzrollern und knappen Schiedsrichterentscheiden richtiggehend gepachtet zu haben.

Eine Wende der ganz besonderen Art

Beim Spielstand von 23:14 für Köniz war dieser Durchgang scheinbar gelaufen. Doch was die Mannschaft von Trainer Lippuner in dieser prekären Situation zeigte, war schlicht grosse Klasse. Mit einer unglaublichen Ruhe und Selbstsicherheit und einer starken Kollektivleistung drehte Sm’Aesch Pfeffingen diesen Satz mit 26:24 noch zu seinen Gunsten und liess seine 25 mitgereisten und lautstarken Fans jubeln.

Maja Storck: «Wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt.»

Maja Storck: «Wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt.»

Diese Wende beflügelte die Gäste nach der kurzen Pause und mit der immer stärker aufspielenden Brasilianerin Duarte und Estin Ennok lagen die Gäste sofort wieder mit 13:7 voraus. Der Rest dieser Partie war dann reine Formsache und Sm’Aesch Pfeffingen konnte den erwarteten Auswärtserfolg feiern. Die Mannschaft kann sich am nächsten Samstag im Heimspiel mit einem weiteren Sieg für die Playoff-Halbfinals qualifizieren. Die stark aufspielende Maja Storck erklärte nach dem Spiel den Grund für die wundersame Wende im zweiten, praktisch schon verlorenen Satz: «Der Trainer hat gesagt, dass wir das Ding noch drehen und wir haben bis zum letzten Punkt an uns geglaubt.»