Die Affiche dieser Partie im Baskenland war klar. Das Heimteam musste auf nationaler Ebene in den letzten zwei Jahren vor eigenem Publikum nur gerade einmal als Verlierer vom Platz und ging als spanischer Double-Gewinner der Saison 2014/15 als klarer Favorit in den Vergleich mit dem jungen und unerfahrenen Team von Head-Coach Timo Lippuner. Doch wie bei jedem Spiel zählt nur das Hier und Jetzt. Und dies bewies vor allem ein frech aufspielendes Sm’Aesch Pfeffingen.

Nach dem Blitzstart der Gastgeberinnen mit einem Ass war es in der Folge vor allem die grossartige Blockarbeit von Sm’Aesch und eine kaum zu bremsende Anu Ennok, welche den Vorsprung auf ein zwischenzeitliches 22:15 anwachsen liess und am Ende die Satzführung bedeutete.

Knapp am 2:0 vorbei

Auch im zweiten Durchgang liessen die Baselbieterinnen nicht locker, ehe sie beim Spielstand von 6:5 für Logrono einen schweren Schock zu verdauen hatten. Bei einem Angriff wurde Laura Künzler unter dem Netz von einer Gegnerin unabsichtlich am Fuss getroffen und musste ins Spital überführt werden. Für einen Moment lief beim klaren Aussenseiter gar nichts mehr (15:8).

Doch die eingewechselte Maja Storck fand dann zusammen mit der stark aufspielenden Kerley Becker den verloren gegangenen spielerischen Faden wieder. Beim Spielstand von 22:22 schien eine 2:0-Satzführung durchaus möglich. Es waren dann aber zwei sogenannte dumme Eigenfehler, welche den Spanierinnen den Satzausgleich bescherte.

Ein Krimi mit Happy End

Die Verunsicherung bei Sm’Aesch war aber dank vielen schönen Punkten von Jekatarina Stepanova und Barbara Duarte schnell wieder weg und das jetzt ziemlich verunsicherte Heimteam wurde gleich mit 25:15 weggefegt.

Doch diese Schmach liess das Team von Trainer Collin dos Santos nicht auf sich sitzen und mit einer völlig entfesselten Amelia Portero rettete man sich mit dem lautstarken Publikum im Rücken und etwas Glück ins Tie-Break. Und dieser Europa-Cup-Krimi fand in diesem seine Fortsetzung und mit dem 15:11 zu Gunsten von Sm’Aesch Pfeffingen ein Happy End. «Es war das Beste was ich von meiner Mannschaft bisher gesehen habe. Wir hätten sogar mit 3:1 gewinnen können. Aber wir bleiben auf dem Boden» sagte ein glücklicher Sm’Aesch-Trainer nach der aufwühlenden Partie.