Dienstag 9.30 Uhr. Das Frauen-Volleyballteam von Sm’Aesch Pfeffingen besammelt sich auf dem Parkplatz der Löhrenacker-Turnhalle in Aesch, um seine Reise in Richtung Spanien, nach Logrono im Baskenland, anzutreten. Dort steht das Hinspiel der 2. Runde im CEV Challenge-Cup gegen den spanischen Double-Gewinner Naturhouse Ciudad de Logrono auf dem Programm.

Mitten drin die am 8. Oktober gerade mal 17 Jahre alt gewordene Maja Storck: «Dass ich hier überhaupt mit dabei bin, habe ich Johannes Nowotny, dem Chef der eigenen dem Nachwuchsakademie, zu verdanken. Er hat mich vor knapp drei Jahren an einem Volleyballturnier mit dem VBC Münchenstein beobachtete und danach zu Sm’Aesch Pfeffingen geholt.» Die Situation sei schon ganz speziell, dass sie sich auf die Reise zu einem internationalen Spiel gegen den spanischen Meister mache, sagt Storck. Alle Klassenkameraden, wie zum Beispiel U17-Beachvolleyball-Weltmeister Florian Breer, würden zurzeit an ihren Pulten sitzen und Vokabeln büffeln.

Erfahrene Nationalspielerinnen

Doch auch die 181 Zentimeter grosse Universalangreiferin ist in den Stunden nach dem Flug nach Bilbao und einer zweistündigen Busfahrt nicht untätig. Videostudium des Gegners, ein 90-minütiges Training und ausgewogene Ernährung stehen auf dem von Head-Coach Timo Lippuner erstellten Rest-Tagesprogramm. «Nach der Nachtruhe beginnt der Spieltag nach dem Frühstück mit einem letzten Training und der Teamsitzung», sagt Storck.

Sie sei ziemlich nervös, denn obwohl sie schon öfter mit Junioren-Nationalteams auf Reisen war, sei dies hier nicht vergleichbar. Am Abend spiele sie gegen erfahrene Nationalspielerinnen aus Spanien, Serbien und Brasilien. «Das heisst, spielen werde ich wohl nicht von Beginn an, denn anders als in der Schweizer Meisterschaft müssen im Europa-Cup keine zwei landeseigenen Akteurinnen auf dem Platz stehen», erklärt Storck. Es sei aber schon ein riesiges Erlebnis, dass sie als Jüngste des Teams in eine solch riesige Halle mit einem Fassungsvermögen von über 3500 Zuschauern einlaufen dürfe. Die Gymnasiastin akzeptiert nicht nur den Entscheid ihres Trainers, sondern kann sich auch über einen gelungenen und mit 25:18 gewonnenen Startsatz freuen.

Doch beim Spielstand von 5:4 im zweiten Satz geschieht ein schlimmer Unfall. Die Baselbieter Nationalspielerin Laura Künzler verletzt sich bei einer unglücklichen Aktion am Netz schwer und muss mit gerissenen Bändern und Verdacht auf Knöchelbruch ins Spital eingeliefert werden. Der Schrecken bei den Spielerinnen sitzt tief.

12 Punkte zum Sieg beigesteuert

Doch Maja Storck hat keine Zeit, darüber nachzudenken. Sie wird eingewechselt und übernimmt die Position der Teamkollegin im baskischen Hexenkessel. «Fast logisch läuft es nach dem Schock in unserem Team nicht mehr wunschgemäss, und die Spanierinnen gleichen satzmässig aus», berichtet Storck. Doch dank einer ausserordentlichen Mannschaftsleistung kann das Team in der Folge das Blatt doch noch zu seinen Gunsten wenden und das Spiel nach 2:2-Sätzen mit einem 15:11 im Tiebreak gewinnen.

Dass das Sm’Aesch-Nesthäkchen zu diesem grandiosen Erfolg 12 Punkte beisteuert, darf nicht unerwähnt bleiben. «Nach der mitternächtlichen kleinen Siegesfeier zusammen mit unseren elf mitgereisten Fans im Mannschaftshotel habe ich dann grosse Mühe, das Erlebte zu verarbeiten und einzuordnen», erklärt Storck. Drei Tage lang für ein einziges Spiel unterwegs zu sein, in einem denkbar ungünstigen Moment eingewechselt zu werden und dann noch ein europäisches Spitzenteam zu schlagen, das seit zwei Jahren kein einziges Heimspiel mehr verloren hat – das sei wahrlich ein bisschen viel aufs Mal. Dies alles und eine kurze Nacht sind wohl schuld daran, dass die Heimreise dann sehr ruhig ausfällt und sich nicht nur Storck, sondern das ganze Team bereits innerlich auf das wichtige Heimspiel gegen Düdingen vorbereitet.

Sm’Aesch bestreitet sein nächstes NLA-Heimspiel gegen TS Volley Düdingen morgen Sonntag, 17 Uhr, in der Sporthalle Löhrenacker.