Nachwuchförderung

So oder so ein bereicherndes «Auge»

Mit «Talent Eye»  kommen Mädchen und Jungs mit verschiedenen Sportarten in Kontakt.   zvg

Mit «Talent Eye» kommen Mädchen und Jungs mit verschiedenen Sportarten in Kontakt. zvg

In Lausen feierte das Projekt «Talent Eye» sein 10-Jahr-Jubiläum. Das Förderprogramm ermöglicht es Kindern, unter fachkundiger Anleitung, ihre Bewegungskoordination weiterzuentwickeln.

Das Programm «Jugend und Sport Kids» (J&S) ist hierzulande in aller Munde. Es fördert den Breitensport und organisiert Trainings für jedermann. Doch wie können Bewegungstalente frühzeitig erkannt, gezielt gefördert und auf eine allfällige Karriere im Spitzensport vorbereitet werden? Diese Marktlücke schloss vor rund zehn Jahren das von Erich Hanselmann und Lukas Zahner gegründete Pilotprojekt «Talent Eye» – eine Kooperation der Universität Basel, Swiss Olympic und der Sportämter Basel-Stadt sowie Baselland.

Rund 500 Kinder haben profitiert

Seither haben rund 500 Kinder von zwei im ersten Jahr beziehungsweise einem wöchentlichen Training im zweiten Jahr profitiert. «Im Förderprogramm können die Kinder unter fachkundiger Anleitung ihre Bewegungskoordination weiter entwickeln», erklärt Projektleiter Lukas Zahner den hochrangigen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport anlässlich der Jubiläumsfeier in Lausen. Für den Institutsleiter des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel sind solche Projekte unabdingbar: «Talent Eye sowie Jugend &Sport sind nötig geworden, da die Kinder aufgrund des veränderten Umfeldes sich nur noch einen Bruchteil davon bewegen, wie dies beispielsweise in den 70er-Jahren noch der Fall war.» In den zwei Jahren verbessern die Absolventinnen und Absolventen nicht nur ihre koordinativen Fähigkeiten, sie lernen auch bis zu zwölf verschiedene Sportarten im Jahr kennen. Das gehöre zur Philosophie des Projektes. Gemäss einer deutschen Studie hätte rund die Hälfte der befragten internationalen Spitzenathleten einst mindestens eine Ausgleichssportart betrieben, so Zahner.

Celine Albisser ist eine

Eine, die von «Talent Eye» profitiert hat, ist Celine Albisser. Die mehrfache Junioren Schweizer Meisterin im Mehrkampf, Kugelstossen, Dreisprung und Weitsprung spielte am gestrigen Jubiläumsevent mit den übrigen 120 ehemaligen oder noch aktiven Kindern am Spielturnier mit. «Es werden Grundlagen vermittelt und man betätigt sich polysportiv – das kann man für jede Sportart gebrauchen. Ich fand es zudem gut, dass man Sportarten wie Skispringen und Eishockey ausprobieren konnte», erinnert sich die 17-Jährige. Mit Fussballspielen im Fussballklub ihres Wohnorts Bubendorf hat ihre sportliche Karriere begonnen. Nach ein paar Jahren wechselte sie in die Leichtathletik, jedoch nicht nur wegen «Talent Eye»: «Das Programm war sicher ein Mit-Grund. Ich hätte auch so mit der Leichtathletik angefangen. Ich merke, dass ich schneller Dinge lernen und umsetzen kann und mich im Alltag geschickter anstelle.» Die Sportklassen-Schülerin des Gymnasiums Liestal gehörte zum ersten Jahrgang, der teilnehmen durfte. Um aber überhaupt mittrainieren zu können, müssen Schülerinnen und Schüler der ersten Primarklasse, die sich für das Programm anmelden, einen sportmotorischen Fähigkeitstest absolvieren - nur die 48 geeignetsten Kinder werden ausgewählt. Daran kann sich Albisser noch gut erinnern: «Wir mussten zum Beispiel sprinten, balancieren, Medizinbälle werfen, an einer Wand hochspringen und Beweglichkeit und Ausdauer unter Beweis stellen.»

Sowieso eine Bereicherung

Albisser ist ein Aushängeschild, das tatsächlich den Sprung in den Leistungssport geschafft hat. «Doch das erreicht nicht jeder Teilnehmer», beschwichtigt Roger Schnegg, Direktor von Swiss Olympic, «aber auch so sind diese Kinder eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, da sie lernen sich zu organisieren und ein Ziel zu verfolgen.»

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