Es ist April, als EHC-Basel-Sportchef Olivier Schäublin bei Robert Othmann anruft. Die beiden kennen sich gut aus gemeinsamen Spielerzeiten in der NLB. Das liegt beinahe 20 Jahre her, doch der Kontakt ist nie abgerissen. Der Kanada-Schweizer Othmann ist zu diesem Zeitpunkt Trainer beim EHC Burgdorf. Schäublin und sein EHC Basel stehen nach dem Abgang von Albert Malgin kurz nach dem Ende der alten Saison ohne Trainer da. «Hast du Interesse, den EHC Basel zu trainieren?», fragt Schäublin und Othmann muss nicht lange überlegen: «Ja, sehr gern», sagt er.

Als Spieler stand Othmann nicht nur für den EHC Basel, sondern auch für den EHC Zunzgen-Sissach im Einsatz.

   

Im Jahr 2000 gab der EHC Basel dem damals 24-jährigen Robert Othmann seinen ersten Profivertrag als Spieler. Seine Mutter Marina war 1967 nach Kanada ausgewandert. Wie auch sein acht Jahre älterer Bruder Gery macht Robert Othmann für seine Hockey-Karriere den umgekehrten Weg. Von Scarborough geht es für den jüngeren Bruder nach Basel. «Gery hat mir den Weg in die Schweiz geebnet. Er hat mir gesagt, worauf es ankommt, und mir den EHC Basel empfohlen», sagt Robert Othmann heute. Mittlerweile ist er der einzige Othmann, der in der Schweiz geblieben ist.

Verliebt in die damalige Teambetreuerin von Thun

Robert Othmann ist bestens integriert. Er arbeitet als IT Project Manager bei Novartis und wohnt mit seiner Frau Amelie und seinen beiden Kindern in Burgdorf. Amelie kennt das Eishockeybusiness gut. Sie war Teambetreuerin beim EHC Thun, als sich Robert in sie verliebte. «Wir haben uns erst ein paar Mal als Gegner angeschrien, ehe es gefunkt hat», sagt er. Durch die Ehe hat Robert Othmann einen wunderschön seltsamen Akzent angenommen. Sprachwissenschafter würden es wahrscheinlich als anglifiziertes Bärndütsch mit Basler Touch bezeichnen.

Bevor Robert Othmann den Vertrag in Basel unterschreibt, muss er noch mit seiner Frau und seinem aktuellen Klub Burgdorf reden. Doch die eine unterstützt ihn zu «200 Prozent» und der Verein legt ihm auch keine Steine in den Weg. «Normalerweise wollen ambitionierte Vereine wie Basel immer einen Trainer mit Renommee. Vielleicht bekomme ich so eine Chance nie mehr», sagt er. Robert Othmann ist glücklich über das, was er in Basel vorfindet. Das Kader ist «jung und lernwillig».Die sportliche Führung um Olivier Schäublin «macht alles, damit Basel eines Tages wieder Profihockey bekommt», und die Infrastruktur ist «sehr gut».

Es herrscht eine Art Aufbruchsstimmung rund um den EHC. Das offizielle Saisonziel heisst: Heimrecht in der ersten Playoff-Runde. Das bedeutet Platz 4. Die vier Testspiele wurden bisher alle gewonnen. Doch Othmann warnt bereits: «Vorbereitung ist Vorbereitung und Meisterschaft ist Meisterschaft. Obwohl wir gewonnen haben, können wir noch viele Details verbessern.» Seine zweite erste Chance, die Robert Othmann vom EHC Basel bekommt, will er ebenfalls nutzen.