Lukas Croton hebt seine eigenen Leistungen nicht gerne in den Vordergrund. Der 24-jährige Basler mit amerikanischen Wurzeln gibt sich bescheiden und betont immer wieder die Qualitäten seiner Teamkollegen bei den Therwil Flyers. Dabei hätte er allen Grund dazu, mit seinen sportlichen Erfolgen anzugeben: Lukas Croton ist fester Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft und seit sechs Jahren Stammpitcher bei den Flyers. Gleich in seiner ersten Saison – im für einen Pitcher sehr jungen Alter von 19 Jahren – gewann er den Meistertitel.

Aktuell bester Schweizer

In den darauffolgenden Jahren führte der Medizinstudent, der später einmal als Notfallarzt arbeiten möchte, sein Team drei weitere Male ins Endspiel. In der letzten Spielzeit reichte es immerhin fürs Halbfinal. Auch in der laufenden Meisterschaft hat Croton als aktuell bester Schweizer auf der Position des Pitchers grossen Anteil daran, dass die Therwil Flyers zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren um den Schweizer Meistertitel spielen können.

Auf dem Spielfeld nimmt Lukas Croton eine zentrale Rolle ein. Wenn er es seinen Teamkollegen durch seine präzisen und variablen Würfe nicht ermöglichen kann, Punkte zu erzielen, liegt ein Sieg kaum drin. Entsprechend wird Croton immer eine besondere Aufmerksamkeit zuteil, wenn er das Spielfeld betritt. Ein zusätzlicher Druck, mit dem er aber über die Jahre umzugehen gelernt hat.

Alles Kopfsache

Für den Mann mit der Trikotnummer sieben ist alles eine Frage des Kopfes. «Du musst mental stark sein. Als Pitcher läufst du immer mit der Überzeugung aufs Feld, dass du absolut der Beste bist», sagt Croton. Es ist eine Aussage, die so gar nicht zum ruhigen und besonnen jungen Mann passen will, der nach dem Gespräch nach Kleinhüningen gefahren ist, wo er im Rahmen seines Medizinstudiums ein Praktikum in einer Hausarztpraxis absolviert. Für Lukas Croton scheint es jedoch kein Problem zu sein, den Spagat zwischen Bescheidenheit und der absoluten Überzeugung in die eigenen Fähigkeiten zu meistern.

Am Wochenende wird der 24-Jährige wieder gefordert sein. Nach dem äusserst knappen 6:5-Sieg im entscheidenden Halbfinalspiel gegen die Zürich Challengers, folgen an diesem Wochenende die ersten beiden Finalspiele gegen den nächsten Vertreter aus dem Kanton Zürich. Es warten die Qualifikationssieger Zürich Barracudas, die sich im Halbfinal ohne Niederlage gegen die Luzern Eagles durchgesetzt haben. Entsprechend schwierig wird die Aufgabe für die Flyers.

Offene Ausgangslage

Croton glaubt jedoch an die Chancen seines Teams. «Wir wollen unbedingt beweisen, dass wir Meister werden können, nachdem wir in den letzten Jahren stets knapp gescheitert sind. Wir können in Bestbesetzung antreten und glauben an den Sieg», sagt er. Dass sein Team im Nachteil sein könnte, weil es in der Halbfinalserie über die volle Distanz gehen musste, glaubt Croton nicht. «Ich bin sogar überzeugt, dass es ein Vorteil ist, dass wir eine so harte und intensive Halbfinalserie hatten. Jetzt sind wir bereit für den Final und sind voll im Wettkampfrhythmus, während die Barracudas zwei Wochen Pause hatten.»