Und so entwickelte sich von Beginn weg ein Derby, das diesem Namen jederzeit gerecht wurde. Von Abtasten weit und breit keine Spur.

Die NLA-erfahrenen Rückraumspieler Max Dannmeyer (HSG) und Luca Engler (TVB) nahmen das Zepter sogleich in die Hand, wobei der gross gewachsene Dannmeyer in der Abwehr der Hafenstädter vorerst gut aufgehoben war. In der 16. Minute konnte er dennoch zum 9:9-Ausgleich treffen, doch danach sollten sich die Gastgeber durch viele technische Fehler das Leben selbst schwer machen. «Wir hatten Mühe mit der gegnerischen Defensive und fanden keine Lösungen in unserem Angriffsspiel», meinte HSG-Trainer Nenad Ilic zu dieser Phase. Bis zur Pause konnte sich die Mannschaft von Thomas Reichmuth eine 18:15-Führung erarbeiten.

Diesen Vorsprung konnte Birsfelden aber nicht lange verteidigen. Dank einem erneut hervorragend aufgelegten Yannick Schläpfer – er war mit neun Treffern Topskorer – kamen die Leimentaler wieder heran (41. 22:22). Aber auch Schläpfer konnte nicht verhindern, dass der TV Birsfelden wiederum auf 28:24 (53.) davonzog.

Getragen von der fantastischen Stimmung, entfachte die HSG ein letztes Offensivfeuer und tatsächlich: Cédric Kroos traf 30 Sekunden vor Schluss zum Ausgleich. Die Halle bebte und der Gastgeber konnte sogar noch einmal einen Angriff fahren. Yannick Schläpfer setzte zu einem letzten Sprint an und wurde kurz vor der Sirene hemdsärmlig, aber nicht unfair von Birsfeldens Ramon Morf am Abschluss gehindert.

Der erfahrene Rückraumspieler war nach der Partie sichtlich enttäuscht. Eine Erklärung, aber keine Entschuldigung hatte er schliesslich für den Einbruch in den letzten Minuten des Spiels: «Wir zollen Tribut dafür, dass die Mehrheit des jungen Teams zum ersten Mal eine Aufstiegsrunde bestreitet.» Nachdem sich der Frust über den verlorenen Punkt gelegt hatte, fand Morf auch Positives: «Ich glaube, beide Teams haben grossartige Werbung für den Handball in der Region gemacht und man konnte die Freude der Zuschauer richtiggehend spüren.»

Die Ausgangslage vor den kommenden Aufgaben ist für Birsfelden aussichtslos. In einer Sechsergruppe ist mit maximal fünf Punkten nichts mehr zu holen. Mit drei Zählern bei zwei ausstehenden Partien ist hingegen für Leimental noch alles möglich. Aber zwei Siege sind Pflicht.