Speeddown heisst das Spektakel, das unter Seifenkistenrennsport geläufiger ist. Und mit den 31. Europameisterschaften wurde sogar der Megaevent durchgeführt. 250 Fahrer aus allen Herren Ländern und etwa 800 Besucher beherbergte Wittinsburg – es hatte also doppelt so viele Gäste wie Einwohner.

Wie in der Formel 1

Physik-Ikone Isaac Newton hätte am Speedown seine helle Freude gehabt. «Die einzig zulässige Energiequelle ist die Erdanziehung», heisst es im Raceguide. Was man sich unter dem Begriff «Seifenkiste» vorstellt, trifft noch am ehesten auf die Kategorie Carrioli zu, die aus Holz gebaut sein müssen und nur mit zwei Hebeln, die Gummiblöcke auf den Boden pressen, gebremst werden können.

In allen anderen Kategorien werden heute Einzelradaufhängung und Hightech-Elemente wie Scheibenbremsen mit hydraulischem Zweikreissystem eingebaut. Und mache Fahrer kühlen sogar wie in der Formel 1 vor dem Start sogar ihre Reifen, um mehr Grip zu erhalten.

Grosser Aufwand

Mit 100 Tonnen Verbauungsmaterial machten die Organisatoren die Piste sicher und auch die Schutzkleidung der Fahrer und Beifahrer kann es fast mit der Formel 1 aufnehmen. Das ist auch dringend nötig, beiSpitzengeschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern. Bei der Kurve unter der eigens in der Dorfmitte aufgestellten Passerelle riskierten viele Rennfahrer zu viel, knallten in die Strohballen, leerten ihre Seifenkiste aus und kamen auf dem Hosenboden zum Stillstand.

Die absolut Schnellsten waren die Freiburger Stéphan Jerney und Melanie Riedo, die in der Kategorie C6 Europameister wurden. Weitere Schweizer Erfolge gab es in der Kategorie C7 mit Rolf Oswald und Matthias Bellaud aus Murten sowie in der Kategorie C3 mit Jan Schmid aus Schlatt TG. Am meisten Applaus erntete aber die Lokalmatadorin Franziska Zumbrunn, die in der «Aufwärmkategorie» C0 gewann.