Als Luca Tausch den Ball nach Hackenvorlage Adthe Rashitis an die Latte hämmerte (84.), gab es genauso Szenenapplaus wie für Uran Bislimis beinahe gelungenen Versuch, aus dem Mittelkreis ein Tor zu erzielen (86.).

Am Ende erhoben sich die 300 Zuschauer im Leichtathletikstadion St. Jakob klatschend von den Sitzen im festen Glauben, den besten Match der laufenden Promotion-League-Saison gesehen zu haben. Diesen Eindruck wollte Arjan Peço nicht teilen: "In der Erinnerung ist sowieso nur das letzte Spiel präsent."

Vielleicht schwang in der Einschätzung des Basler U21-Trainers ja auch noch die Enttäuschung darüber mit, dass sein Team gegen Stade Nyonnais nur 3:3 gespielt hatte. „Das war eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft“, fand Peço und liess dem Lob einen Tadel folgen: „Abzüge gibt es dafür, dass wir keine drei Punkte geholt haben!“

Dem Heimteam gelang der Auftakt nach Wunsch, Afimico Pululu nutzte die ersten beiden Möglichkeiten (9., 13.). Doch die routinierten, mit zahlreichen Promotion-, Challenge- und Super-League-Wassern gewaschenen Romands (Peço: „Dieses Team ist gemacht, um aufzusteigen!“) zeigten ihre Klasse und glichen noch vor der Pause aus.

Dennoch war der FCB die bessere von zwei starken Mannschaften und hatte ein klares Chancenplus. Pululu traf in der 51. Minute zum dritten Mal, vergab aber auch noch zwei „Hundertprozentige“ (29., 70.) und war damit einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass die Chancen der Nyonnais auf einen Punktgewinn bis in die Schlussphase intakt blieben.

Strafe für Rotblau

Und tatsächlich bestrafte der Aufstiegskandidat vom Genfersee die Rotblauen dafür, dass sie den berühmten Sack nicht zugemacht hatten. Hugo Fargues schlenzte in der 90. Minute den Ball von der Strafraumgrenze aus an allen Mit- und Gegenspielern vorbei ins Netz.

Dennoch resignierten die Basler nicht und strebten in der Nachspielzeit noch den vierten Treffer an: Ylber Lokaj setzte noch einen Kopfball an den Pfosten (91.) und Gezim Pepsis Freistoss geriet nur um wenige Zentimeter zu hoch (93.).

Als Schiedsrichter Vladimir Ovcharov schliesslich die packende Partie abpfiff, atmete Oscar Londono tief durch und bliess dabei demosntrativ die Backen auf. Ein starkes Indiz dafür, dass es für den Nyon-Trainer ein gewonnener Punkt in Basel war.

Nicht ganz so hochklassig war der Match in der Schützenmatte zwischen dem BSC Old Boys und dem Nachwuchs des FC Zürich, in dem sich die Gäste mit 3:1 durchsetzten. Unter dem Strich ein verdienter Erfolg für die Gäste, die in den entscheidenden Szenen mehr Entschlossenheit an den Tag legten. Und ein Beleg dafür, dass es für die Old Boys nach der Bekanntgabe des freiwilligen Gangs in die 1. Liga um nichts mehr ging.

„Das ist doch nur menschlich“, stellte sich Aziz Sayilir schützend vor sein Team. „Die Jungs trainieren gut und haben im Match auch alles gegeben“, sagte der OB-Trainer und erklärte, dass sich der fehlende sportliche Anreiz in einer Wettkampfsituation nicht kaschieren lässt. „Du brauchst den grösstmöglichen Biss, die letzte Energie, den ultimativen Kampfgeist, um in dieser Liga etwas zu holen. Ansonsten setzt sich der Gegner durch.“

Während hinter den Kulissen die Planungen für die nächste Saison laufen, haben die Gelbschwarzen in dieser Spielzeit noch drei Meisterschaftspartien vor der Brust. Das interne Ziel lautet, sportlich nicht abzusteigen. „Doch das ist natürlich leicht gesagt“, weiss auch Trainer Sayilir.