Zug, Thun, Lugano, Lausanne, Sion, St. Gallen, Vaduz und YB. Sie alle haben etwas gemeinsam. Obwohl sie nicht alle in der gleichen Liga spielen. Aber sie waren allesamt Gegner des FC Basel in dieser Saison. Und zwar immer der erste, nachdem der FCB unter der Woche ein kapitales Spiel zu bestreiten hatte. Sprich eines in der Champions League oder ein K.-o.-Spiel im Schweizer Cup.

Der FCB tat sich nach europäischen Spielen, wie hier gegen Paris, häufig in der Meisterschaft schwer.

Der FCB tat sich nach europäischen Spielen, wie hier gegen Paris, häufig in der Meisterschaft schwer.

Und nach solchen Spielen tat sich der FCB in dieser Saison immer schwer. Stets machte es den Eindruck, als hätte das Umschalten im Kopf jeweils nicht ganz funktioniert. Klar, sich nach Spielen gegen Gegner wie Arsenal oder Paris Saint-Germain wieder auf das Tagesgeschäft Super League zu konzentrieren, ist schwierig. Hier die grosse Bühne gegen Klubs von Weltformat, da die Einöde der Duelle gegen die immergleichen Klubs, die dem FCB nie das Wasser werden reichen können.

Tor: Elyounoussi rettet den FCB gegen YB - 09.04.2017

Tor: Elyounoussi rettet den FCB gegen YB - 09.04.2017

Es ist ein Spagat, den der FCB meistern muss. Der ihm aber schwerfällt, betrachtet man die nackten Resultate. Natürlich: Verloren haben die Basler in diesen Spielen nie. Das haben sie in der Liga ohnehin nur gegen YB. Gegen Ende einer langen, strapaziösen Hinrunde, die mit der Dreifachbelastung ihren Tribut zollte. Sie spielten in den acht Duellen gegen oben genannte Gegner je vier Mal unentschieden und gewannen vier Mal. Letzteres aber jeweils denkbar knapp. Und auch die Unentschieden – gerade jenes gegen Thun – kamen nur in extremis zustande (Davide Callà glich damals in der Nachspielzeit aus).

Abstand unwichtig

In solchen Momenten zeigt der FC Basel seine menschliche Seite. Dass die Spieler keine Maschinen sind. Und trotzdem: Der Abstand auf den ersten Verfolger beträgt 17 Punkte. Auch nach dem gestrigen 1:1 gegen ebendiesen Verfolger. Aber, so mahnt Callà, der stattliche Abstand und die Meisterschaft, die eigentlich schon in trockenen Tüchern ist, sie haben keinen Einfluss auf die Leistung: «Auf dem Platz denkst du nicht daran, wie viele Punkte Abstand du hast. Erst nach dem Spiel, wenn ihr uns jeweils wieder daran erinnert, wie gross der Vorsprung ist.»

Davide Calla merkt während des Spiels nichts vom grossen tabellarischen Vorsprung des FCB.

Davide Calla merkt während des Spiels nichts vom grossen tabellarischen Vorsprung des FCB.

Doch woran liegt es dann, dass der FCB in Spielen, die auf solche mit entscheidendem Charakter folgen, nicht überzeigen kann? «Die Belastung ist sicher gross. Das Spiel in Winterthur hat viel Kraft gekostet, auf einem schwierigen Platz. Aber auch das soll keine Entschuldigung sein», will Callà festhalten. Sein Kollege Mohamed Elyounoussi, früh im Spiel von Krämpfen geplagt, ergänzt: «Wenn man europäisch spielen will, dann muss man diese Belastung aushalten.»

Fans: Choreo der Muttenzerkurve - 09.04.2017

Fans: Choreo der Muttenzerkurve - 09.04.2017

So rechtfertigen sich die Spieler, die Gründe für die bescheidenen Leistungen sind aber noch immer nicht gefunden. Trainer Urs Fischer, angesprochen auf den Zusammenhang zwischen schwachen Auftritten und den jeweils vorhergehenden, wichtigen Spielen, zeigt sich nicht ganz einverstanden. «Ich glaube nicht, dass es in jedem Spiel nach entscheidenden Partien unter der Woche so gewesen ist.» Man hätte auch gute Auftritte gehabt. Vielmehr sei es an diesem Tag der Gegner gewesen, der es unheimlich gut gemacht habe. «Und wenn der es gut macht, und wir nicht unseren besten Tag erwischen, dann merken auch wir das.»

Auch wenn Fischer diesen Zusammenhang nicht sieht, eine schlechte Leistung im gestrigen Spiel hat auch er gesehen. «Zwischen der 45. und der 60. Minute haben wir das gemacht, was wir sonst machen. Die restlichen 75 Minuten haben wir alles verkehrt gemacht.» Kritische Worte, wie man sie von Fischer selten hört. Am ehesten nach Spielen, die auf entscheidende Partien unter der Woche folgen.