Der Gast aus dem Berner Oberland zeigte nach verhaltenen Startminuten, warum sie ein Spitzenteam sind, das zwei Drittel aller Partien für sich entschieden und sechs von acht Auswärtsspielen gewonnen hat. Die mit Abstand beste Defensive der Liga, die nur gerade 33 Tore oder 2 Tore pro Spiel erhalten hat, machte die Räume extrem eng, begegnete Basels Offensivkünstlern rustikal. Und dennoch kam Basel zu Chancen, die beste vergab Verteidiger Reimann in der 16. Minute im Powerplay. Doch was Basel in Überzahl nicht gelang, setzte Thun noch vor Drittelsende um, die Führung nach einer Kombination über mehrere Stationen.

Für einmal viel Geduld

Thun kombinierte im Kollektiv zu Beginn etwas besser, machte defensiv den kompakteren und abgeklärteren Eindruck. Basel spielte jedoch keineswegs schlecht, im Gegenteil, sie waren um einiges besser, disziplinierter und engagierter als in den letzten Heimspielen. Und sie bewiesen für einmal viel Geduld: Zwei Sekunden nach Ablauf der zweiten Strafe gegen die Oberländer hatten sie die Thuner Box nach über einer Minute Powerplay im auseinanderdividiert und Scherwey traf zum Ausgleich.

Die Folge: Ein offener Schlagabtausch auf höchstem Niveau. Thun ging zweimal in Führung, einmal gar mit einem Shorthander, den die Basler allerdings nur 48 Sekunden später mit ihrem zweiten Powerplay-Tor korrigierten. Und auch auf das dritte Tor der Oberländer hatte Basel eine Antwort. Gfeller traf 10 Sekunden vor Drittelsende. Erstaunlich dabei, wie viel Willen und Durchschlagskraft der Torschütze und sein Assistent Luca König in diesen Treffer investiert hatten!

Bestes Basler Heimspiel

Dieses Szenario hielt die 387 Zuschauer (Saison-Minusrekord) auch im letzten Drittel in Atem. Ein hochstehendes 1. Liga-Spiel – wohl das beste Heimspiel der Basler in dieser Saison –, ein stetiges Hin und Her mit Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Und erneut waren es die Gäste, die in Führung gingen: Verteidiger Hebeisen traf von der blauen Linie. Basels Antwort? Wie könnte es anders sein, der Ausgleich! Frunz traf nach einem Gfeller-Pass.

Zwei Minuten später wurde Marvin Frunz allerdings zum tragischen Helden: Er konnte im Laufduell an der blauen Linie einen holpernden Puck nicht kontrollieren, Zürcher enteilte und schoss ein. Und nur 37 Sekunden später machte Thun mit dem 4:6 alles klar. Basel hatte alles gegeben – und am Schluss verloren, weil Thun das um eine Nuance cleverere und effizientere Team war. Basels Chancen auf die direkte Playoff-Qualifikation sind damit weiter gesunken.