Rollsport
Sportplatz Frenkenbündten Liestal - eine Topadresse für den Inline-Nachwuchs

Der RSC Liestal feiert sein 25-jähriges und schlägt sich nach wie vor beachtlich - obwohl die Rollsportszene in der Krise steckt.

Fabio Baranzini
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Nadine Perkinson-Gloor ist auf dem Sportplatz Frenkenbündten in Liestal fast zu Hause. Baranzini

Nadine Perkinson-Gloor ist auf dem Sportplatz Frenkenbündten in Liestal fast zu Hause. Baranzini

Mittwochabend auf dem Sportplatz Frenkenbündten in Liestal. Auf dem Betonplatz direkt neben dem Fussballfeld hat sich ein Grüppchen von rund zehn Inline Skatern eingefunden. Die Altersspanne ist gross. Vom Junior bis zum Routinier ist alles dabei. Unter der Leitung von Nadine Perkinson-Gloor ziehen die Skater ihre Runden auf dem 166 Meter langen Oval. Es ist das zweite von drei wöchentlichen Trainings des RSC Liestal.

Beachtliche Mitgliederzahl

Seit der Gründung des Vereins vor 25 Jahren drehen die Mitglieder des Rollsportclubs ihre Kreise auf der Frenkenbündten und seit jeher müssen sie keine Angst haben, dass sie im Training nicht mitfahren können, weil zu viele Skater anwesend sind. Die Mitgliederzahl des RSC Liestal, der schweizweit für seine Nachwuchsförderung bekannt ist und einen Grossteil des Nachwuchskaders stellt, hält sich im überschaubaren Rahmen. Aktuell sind es 69. Das klingt nach wenig, doch für den Rollsport, der in der Schweiz selbst unter den Randsportarten ein Schattendasein fristet, kann sich diese Zahl sehen lassen. Gemeinsam mit JUKA Linthline aus Tuggen (Sz) stellen die Liestaler den grössten Inline Club der Schweiz. Diese Leistung ist vor allem deshalb beachtlich, weil die nationale Rollsportszene in der Krise steckt. Vorbei sind die goldenen Jahre um die Jahrtausendwende, als sich der Sport dank dem Swiss Inline Cup grosser Beliebtheit erfreute.

Zweite Heimat

Nadine Perkinson-Gloor, eine der erfolgreichsten Athletinnen des RSC Liestal, hat die Auswirkungen der Krise am eigenen Leib erfahren. Die Junioren-Weltmeisterin im Marathon und Vize-Weltmeisterin bei der Elite in der Punkteausscheidung auf der Bahn betrieb den Rollsport als Spitzensportlerin. Bis zu zehn Mal pro Woche trainierte Perkinson-Gloor neben ihrem Psychologiestudium auf der Frenkenbündten. Die Bahn wurde fast schon zu ihrer zweiten Heimat.

Früher gab es noch etwas

Während der Blütezeit des Swiss Inline Cups konnte Perkinson-Gloor in einem Team fahren. Dies war eine grosse finanzielle Entlastung. «Ich bekam das Material gratis und die Mannschaft beglich sogar einen Teil der Kosten für die Reisen an Europa- und Weltmeisterschaften», so Perkinson-Gloor. Dies änderte sich nach dem Aus des Swiss Inline Cups. Die Athleten mussten wieder alle Kosten selbst tragen und die Teilnehmerzahlen an den Rennen gingen drastisch zurück. Viele Athleten zogen die Notbremse. Sie wechselten zum Eisschnelllauf, der im Gegensatz zum Inline olympisch ist, oder traten zurück. Letzteres tat 2009 auch Nadine Perkinson-Gloor. «Der Aufwand war zu gross, nur um mich an den Schweizer Meisterschaften mit drei oder vier Gegnerinnen zu messen und die Reisen an Wettkämpfe im Ausland selber zu organisieren und zu bezahlen.» Sie konzentrierte sich fortan auf ihr Studium an der Uni Basel.

Dem Rollsport bleibt sie treu

Dem Rollsport ist Perkinson-Gloor als Trainerin aber treu geblieben. Genauso dem RSC Liestal, bei dem sie seit 23 Jahren Mitglied ist. Und so steht Nadine Perkinson-Gloor auch in der Jubiläumssaison des RSC Liestal mindestens zwei Mal pro Woche auf der Frenkenbündten und leitet das Clubtraining. An dem Ort also, wo sie als Kindergärtnerin zum ersten Mal auf Rollschuhen stand.

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