«So schnell war ich zu Saisonbeginn noch nie», freute sich Alex Wilson, nachdem er am Pfingstmontag auf der Basler Schützenmatte die 100 Meter zunächst in 10,43 und danach im zweiten Lauf sogar in 10,36 Sekunden zurückgelegt hatte. Der Aufbau mit seinem neuen Sprinttrainer Sven Rees in Stuttgart stimme. «Er hat mir gesagt, sprinten könne ich ja schon, und hat mit mir im Winter vor allem Schnelligkeit und Kraft trainiert. Das hat sich ausbezahlt.»

Angesprochen auf seine Suspendierung für die Schweizer 4×100-Meter-Nationalstaffel meinte der Schweizer 100-Meter-Rekordhalter Wilson (10,12): «Für mich war klar, dass ich an den Staffel-Weltmeisterschaften die zweite Kurve nicht laufen konnte, und zwar nicht aus Prinzip, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Ich hatte Angst, mein vor eineinhalb Jahren operiertes Knie wieder zu überlasten. Es ist ein grosser Unterschied, ob ich die Kurve in der Staffel aus vollem Lauf in 9,3 Sekunden oder innerhalb eines 200-Meter-Laufes aus dem Block in 10,5 Sekunden durchlaufe. Vom Verband bin ich enttäuscht, aber ich akzeptiere den Entscheid. Dass ich am vergangenen Mittwoch wie immer in Stuttgart im Training sein würde, wusste der Verband. Ich stehe für die Nationalstaffel jederzeit zur Verfügung, wenn man mich braucht, auch für diese Saison», stellte der Schweizer Sprinter mit jamaikanischen Wurzeln klar. Ziel sei für ihn die WM-Qualifikation über 100 und 200 Meter und nächstes Jahr Olympia. Sein 200-Meter-Saisondebüt wird er am kommenden Wochenende in Weinheim geben. In Basel war Wilson klar der Schnellste. Nationalstaffelmitglied Rolf Malcom Fongué (GG Bern) schied im ersten Lauf mit Fehlstart aus und wurde im zweiten in 10,62 Sekunden Zweiter.

Christopher Ullmanns Umstellung

Gut in die Saison gestartet ist in Basel auch Old-Boys-Weitspringer Christopher Ullmann. Er legte mit sechs gültigen Sprüngen mit Weiten zwischen 7,12 und 7,39 Metern eine sehr regelmässige Serie hin. «Die Umstellung von 16 auf 18 Schritte beginnt sich auszuzahlen. So habe ich mehr Tempo und mehr Vorbereitungszeit auf den Absprung», sagte er nach dem Wettkampf zufrieden. Sein Saisonziel sind die U23-Europameisterschaften, für die er eine Limite von 7,70 Metern knacken muss.

Kaltstart für Marquis Richards

Der Arlesheimer Stabhochspringer Marquis Richards musste nach dem Einspringen inklusive Regenpause rund zwei Stunden warten und kam danach nicht mehr in Schwung, sodass er bei seiner Anfangshöhe von 5,20 Metern dreimal durchlief. «Ich hatte die nötige Spannung einfach nicht mehr», meinte er danach, «aber die Form stimmt. Am kommenden Samstag in Innsbruck folgt für mich ein erster von zahlreichen internationalen Starts, die mich weiterbringen werden. Mein sehr hoch gestecktes Ziel ist die WM-Limite von 5,65 Metern.» Ein Saisonhöhepunkt sind dann die Militär-Weltmeisterschaften im Oktober in Südkorea.

Der Oberbaselbieter Ryan Wyss (LC Fortuna) erfüllte in 49,87 Sekunden die 400-Meter-Limite für das Europäische Olympische Festival (EYOF) in Tiflis. Die Stabhochspringerin Angelica Moser (LC Zürich) stellte mit 4,41 Metern einen Schweizer U20-Rekord auf.

Basel. Nationales Pfingstmeeting (Susanne Meier Memorial). Männer. 100 m. 1. Lauf (GW 0,4 m/s): 1. Alex Wilson (Old Boys Basel) 10,43. – 2. Lauf (RW 0,7 m/s): 1. Wilson 10,36. 2. Rolf Malcolm Fongué (GG Bern) 10,62. – 400 m: 1. Urs Affentranger (Hochwacht Zug) 47,88. 2. Luca Flück (LC Kirchberg) 48,13. – 800 m: 1. Baptiste Mischler (Fr) 1:50,88. 2. Joachim Jaeger (Stade Genève) 1:50,97. – 110 m Hürden (windstill): 1. Tobias Furer (LK Zug) 14,08. – Weit: 1. Christopher Ullmann (Old Boys Basel) 7,39.

Frauen. 100 m (RW 0,1 m/s): 1. Marisa Lavanchy (LC Zürich) 11,72. – 400 m: 1. Selina Büchel (KTV Bütschwil) 54,76. – 100 m Hürden (RW 0,4 m/s): 1. Clélia Reuse (CABV Martigny) 13,62. – 400 m Hürden: 1. Lea Sprunger (COVA Nyon) 55,47. 2. Petra Fontanive (LAC TV Unterstrass) 57,53. – Stab: 1. Angelica Moser (LC Zürich) 4,41. 2. Olivia Fischer (Amriswil-Athletics) 4,05. – Kugel: 1. Jasmin Lukas (LC Brühl) 14,30. – Hammer. 1. Wettkampf: 1. Nicole Zihlmann (LC Luzern) 60,39. – 2. Wettkampf: 1. Zihlmann 60,27.