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Sprung in eine neue Ära: Basel soll zum Mekka der Ninja Warriors werden

Chris Harmat hangelt sich in der Sendung Ninja Warrior durch die Hindernisse.

Chris Harmat hangelt sich in der Sendung Ninja Warrior durch die Hindernisse.

Im Dezember soll im St. Johann eine Megahalle eröffnen, die Trendsportarten wie Ninja Warrior, Parkour und Chase Tag beherbergt. Damit aus dem Traum von vier Sportbegeisterten Realität wird, braucht es in den nächsten Monaten aber noch viel Geld.

Die Fernsehsendung Ninja Warrior ist nervenaufreibend. Athleten hangeln sich von Stange zu Stange, überspringen Hindernisse und rennen Steilwände hinauf, um am Ende entkräftet den Buzzer zu drücken. Ein kleiner Fehler führt zum Absturz ins Wasserbecken. Der Boom ist längstens auch in der Schweiz angekommen. Doch die professionellen Trainingsstrukturen hinken dem Fernsehspektakel hinterher. An diesem Missstand setzt das Team von «The Ninja Concept» an. Ihr Plan ist ehrgeizig. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern soll im St. Johann ein Trainingszentrum für sieben Trendsportarten entstehen. Im Fokus: Parkour und Ninja Warrior.

Mit der Halle soll Basel in eine neue Ära bewegt werden. «Unser Angebot gibt es so auf der Welt noch nicht. Wir sind Pioniere und werden neue Messlatten setzen», sagt Chris Harmat. Der  amtierende Parkourweltmeister ist das bekannte Gesicht hinter dem Projekt. Mit drei Ninjabahnen, einer Parkour-Olympia-Speed-Bahn und Trampolinen soll Basel zum neuen Mekka der Szene werden.

Damit der Traum zur Realität wird, muss aber zügig Geld her. Seit Ende April läuft eine Spendenaktion, die mindestens 120000 Franken in die Kasse spülen soll. Knapp einen Monat vor Ende des Finanzierungszeitraums sind erst 33 Prozent finanziert. «Wir hätten gerne noch mehr Geld, sodass wir auf der sicheren Seite sind», sagt Fabian Kägi, der für die Administration zuständig ist. Crowdfunding stellt nur einen Teil der budgetierten Einnahmen dar. Der Rest soll mit Sponsorengeldern oder Krediten finanziert werden. Doch bei den Sponsoren ist eine Zurückhaltung spürbar. «Es ist unser erstes Projekt in dieser Grösse. Da müssen wir uns erst beweisen», sagt Kägi. Die Coronakrise betrachtet er nicht als Grund. Dennoch ist der ehemalige Kickbox-Schweizermeister überzeugt, dass das Minimalziel von 700000 Franken bis im Sommer erreicht ist. Dann kann im August der Innenausbau der Halle gestartet werden. Die Eröffnung ist für Dezember geplant. «Wir wissen, dass Gelder noch kommen werden», sagt Kägi.

Basel als Vorbereitung für die Olympischen Spiele

Mit dem Projekt will das Team von «The Ninja Concept» die Etablierung der Trendsportarten vorantreiben. Das Ziel ist es, eine professionelle Athletenförderung aufzubauen. Der Erfolg dieser Strategie soll einer breiten Masse 2024 sichtbar sein. Dann feiert die Disziplin Parkour in Paris ihre olympische Geburtsstunde. Vier Jahre später könnte Ninja Warrior dazukommen. Für solche Grossanlässe sollen Athleten aus der ganzen Welt optimale Trainingsbedingungen in Basel vorfinden. «Für ein bestimmtes Niveau reichen Schulhallen. Will man aber mit den besten Athleten mithalten, braucht es eine Halle, in der man auch waghalsige Sprünge üben kann», sagt Harmat. Jedes Detail muss stimmen: Die Rutschfestigkeit des Bodens, die Stangendicke, die Härte der Matten.

Abseits der Profiathleten und des Rampenlichts der Olympiade leben die Trendsportarten vom Lifestyle, von gewagten Sprüngen über Hindernisse in der Stadt und vom ungezwungenen Charakter. Auch diesen Personen möchte «The Ninja Concept» eine Plattform bieten. Die Halle soll Bahnen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen aufweisen. «Wir setzen keinen Druck auf, dass Athleten an einem Wettkampf teilnehmen müssen», sagt Harmat. Vielmehr sollen Spass und Wettkampf koexistieren. Kägi prognostiziert eine ähnliche Entwicklung wie im Snowboard: Von einem exotischen Trend zu einem Nationalsport.

Personen, die vor dem Fernseher die Geschicklichkeit der Ninja Warriors bestaunen, sollen selbst Hand anlegen. So funktionierte es bei Harmat. Als er sah, wie Athleten an Hindernissen scheiterten und ins Wasser flogen, dachte er sich, dass er es selbst geschafft hätte. «Bei meinem ersten Halbfinale von Ninja Warrior ging ich aber ebenfalls baden», sagt er. Der Weg zum Profi ist steinig. In der neuen Megahalle in Basel soll den Athleten aber möglichst viele Hindernisse in den Weg gestellt werden, dass es am Ende dennoch klappt.

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