Es ist ein Aufeinandertreffen zweier Philosophien. Während Horgen, der erste Gegner von Birsfelden im Kampf um die Promotion in die NLB, über eine prall gefüllte Kriegskasse verfügt und zu Saisonbeginn fünf ehemalige NLA-Spieler verpflichten konnte, sind die Argumente der Baselbieter hausbacken. Gemäss Thomas Reichmuth, Trainer des TV Birsfelden, sind nur zwei seiner Schützlinge «Auswärtige». Ein Aufstieg des TVB wäre somit quasi die Krönung der besten Nachwuchsakademie des Basler Handballs.

Die einzigen mit einer U19

«Wir sind die Einzigen in der Region, welche eine U19-Elitemannschaft haben. Dazu haben nur Möhlin und jeweils eine U15- und U17-Inter-Equipe», erklärt Reichmuth – nicht ohne Stolz. Dabei passt auch ins Bild, dass sich die zweite Mannschaft von Birsfelden den Aufstieg in die 1. Liga erkämpft hat und somit bei einer Promotion der ersten Mannschaft deren Platz erben würde. Für die vorbildliche Arbeit mit der eigenen Jugend sieht Reichmuth viele Gründe: «Mehr als die Hälfte des Vereinsbudgets investieren wir in den Nachwuchs. Ausserdem gelingt es uns immer wieder dank diversen Umständen die besten Juniorentrainer zu verpflichten.» Weiter versuchen die Birsfelden-Verantwortlichen ihre Spieler dazu zu bringen, Sport zu studieren. «Sportlehrer sind prädestiniert Jugendmannschaften zu trainieren», sagt der Baselbieter. Die starke Nachwuchsförderung in Birsfelden entlastet nicht nur das Budget des Aufstiegsaspiranten, der Übungsleiter des TVB sieht auch weitere Vorteile: «Unsere Spieler haben eine grosse Identifikation mit dem Verein. Beispielsweise leiten zwei meiner Jungs die laufende Sportwoche mit 100 Kindern. Unentgeltlich, versteht sich.» Dazu seien viele im Team auch ausserhalb der Halle Kollegen, wie Reichmuth betont. Dies könne im Mannschaftssport zwei, drei Prozent mehr aus der Mannschaft rauskitzeln.

Weiterhin Nummer drei

Trotzdem blickt der TV Birsfelden auch im Falle eines Aufstiegs realistisch in die Zukunft. Auch in den nächsten Jahren geht man nicht davon aus, die Hierarchie in der Region zu verändern. «RTV Basel und TV Möhlin haben finanziell ganz andere Hintergründe. Ausserdem gehört Basel in die NLA, Möhlin und wir in die NLB – zuerst müssen wir aber aufsteigen und nächste Saison die Klasse halten», so Reichmuth. Demzufolge hat der Trainer des TVB auch kein Problem damit, dass nächste Saison drei Basler-Teams in der NLB spielen könnten.