Was die Starwings bis zur 30. Minute zeigten, war feinste, ja allerbeste Basket-Kost. Die Gäste, welche fünf Niederlagen in Folge (davon vier Kanterniederlagen) im letzten Monat kassiert hatten, spielten zeitweise wie aus einem Guss. Und führten nach drei von vier Vierteln mit 61:38.

Gegen eine Equipe, die heuer notabene um den Meistertitel spielen will und hiefür sich vor wenigen Wochen mit dem lange Zeit vertragslosen Schweizer Interna­tionalen David Ramseier (29, 204cm) verstärkt hat. Dass dieser im Monat mehr als das Starwings-Profi-Trio Chris Jones, Octavius Brown und Darell Vinson kostet, sei nebenbei erwähnt…

Erster Sieg seit sieben Jahren

23 Zähler Vorsprung sind im Basket viel – und doch keine Garantie, dass die Partie «ge­gessen» ist. Denn Union startete furios in die letzten zehn Minuten und verkürzte schnell auf 47:61 (33.). Auch beim Stand von 55:67, fünf Minuten vor dem Matchende, spürte man die Hoffnung bei den Romands und eine gewisse Unsicherheit bei den Unterbaselbietern, die sich aber auf einen magistralen Chris Jones, einen hart verteidigenden Alessandro Verga (der den litauischen Topwerfer Raimundas Danys aus dem Spiel nahm) und einen unter den Brettern überragenden Darell Vinson (der «Oldie» war wieder der gewohnte Mis­ter Double-Double) verlassen konnten.

Will man den Starwings einen (ganz leisen) Vor­wurf machen, dann jenen, dass sie nicht einen Kantersieg einfuhren, denn 20 Sekunden vor der Endsirene stand es 76:61, doch Ballverluste und freies Werfen liessen es zu, dass Union noch Resultatkosmetik machen durfte und das finale Skore knapper aussieht, als es in der Tat war.

Am Sonntag gegen Monthey

Mit diesem Sieg haben die Starwings auch eine unglaubliche Negativserie durchbrochen. Seite der Cupsieger-Saison (und hiefür muss man in den Frühling 2010 zurückgehen) hat­te das Birsfelder Kombinat 17 Matches in Serie gegen Neuchâtel verloren. Die Neuen­burger waren zu einem veritablen Angstgegner mutiert. Der gestrige couragierte, diszipli­nierte Auftritt war eine starke Reaktion auf die letzten Darbietungen.

Und zeigte, dass die «Wings», wenn sie als Kollektiv auftreten und die taktischen Vorgaben von Trainer Roland Pavloski befolgen, zurecht unter den «sechs Landesgrössen» sind. In diesem Sextett sind sie weiterhin der «Underdog» - aber auch dieser kann einen Grossen entzaubern.

Der nächste Rivale wartet bereits morgen Sonntag (16 Uhr in der Sporthalle Birsfelden). Auch gegen den BBC Monthey sind die Starwings in der Aussenseiterrolle. Doch eine analoge Darbietung wie in Neuchâtel wird auch die Walliser zwingen, ihr bestes Basket zu zeigen, wenn sie die budgetierten zwei Punkte mitnehmen wollen.