Die Wahl der beiden Torhüter nach dem Spiel zum «Bestplayer» ihrer jeweiligen Mannschaft war bezeichnend für das Spiel. Für Basels Thomas Gass nicht selbstverständlich, da er als Ersatztorhüter an diesem Abend erst sein drittes Saisonspiel über die ganze Spielzeit bestritt.

Stammtorwart Damian Osterwalder laboriert noch an einer Kopfverletzung aus dem Wiki-Spiel. Entsprechend froh war er über die zwei Punkte: «Es war ein durchzogenes Spiel von uns. Aber nach einem solchen Dämpfer wie gegen Wiki-Münsingen tut der Sieg der Mannschaft gut».

Tatsächlich schien diese Niederlage noch in den Köpfen zu sein. Fehlpässe in der Angriffsauslösung und in der neutralen Zone verhinderten gute Spielzüge. Kam man ins gegnerische Drittel, fehlte der direkte Zug aufs Tor. Erschwerend kam hinzu, dass man im ersten Drittel sechs mehr oder weniger berechtigte Zweiminutenstrafen von Schiedsrichter Aegerter kassierte. Eine davon nutzten die Aarauer in der 17. Minute durch Gisin zur Führung.

In der Pause waren die Strafen offenbar Thema, denn sie waren die letzten, die Basel nehmen musste. Dies war wichtig. Denn bei Vollbestand kamen die Basler nun vermehrt zu Abschlüssen. Rony Spreyermann hatte mit seinem Lattenschuss kurz vor Ende des Mitteldrittel das Ausgleichstor auf dem Stock.

Immer wieder war jedoch Thomas Gass im Mittelpunkt, unter anderem mit zwei Glanzparaden kurz nach Beginn des letzten Abschnitts. Es dauerte bis fünf Minuten vor Spielschluss, bis Mombelli für Basel ausgleichen konnte. Beide Mannschaften hatten nun in einem offenen Schlagabtausch Möglichkeiten die Entscheidung herbeizuführen, scheiterten aber immer wieder an den Goalies. So musste die Verlängerung entscheiden.

In dieser Overtime bei drei gegen drei Feldspieler hatte Argovia zunächst Oberhand und mit Wittwers Lattenschuss alleine vor Gass die Siegchance. Besser machte es dann Cyrill Voegelin, der die tolle Vorarbeit von Martin Wüthrich nach vier Minuten verwerten konnte.

«Ich möchte mich nicht so sehr in den Fokus stellen, aber es war sicher auch eine gute Leistung von mir gewesen» so ein zufriedener Thomas Gass augenzwinkernd nach dem Spiel. Parat sein, wenn man einem braucht. Wichtig für Gass dabei die Vorbereitung «Ein- und alles», immer beim Team sein «Gegenseitiges Vetrauen, Pflege des Teamgeistes» sowie natürlich gut zu trainieren.

Zudem konnte er heute sicher auch auf eine gute Defensivleistung der Verteidigung zählen, die ihn gut abgeschirmt hatte. Ein Problem war heute auch wieder das Powerplay. Einmal gab es während des Überzahlspiels drei Breakchancen für den Gegner. «So etwas kann, darf aber nicht passieren. Da bin ich auch kurz ausfallend geworden, möchte das Geagte aber nicht wiederholen, so Gass...».

Am Dienstag spielt der EHC Basel zu Hause gegen Burgdorf. Wer dann bei Basel im Tor stehen wird, ist noch offen: «Ich hoffe, dass Damian Osterwalder so schnell wie möglich zurückkommt, so Thomas Gass. Falls nicht, muss sich Basel auf der Torhüterposition trotzdem keine Sorgen machen.