War der Erfolg vom Freitagabend gegen Neuchâtel (80:65) noch ein Arbeitssieg gewesen, so muss der gestrige Triumph gegen den zuvor punktgleichen BBC Nyon in die Kategorie «Spektakel» verbucht werden. Unzählige Dunkings und Körbe nach «alley-oop’s» rissen das Publikum von den Sitzen. Sechs Spieler, die zweistellig skorten, waren der Garant dafür, dass der Erfolg der Gastgeber praktisch nie in Gefahr stand. Auch wenn in Waadtländer Reihen mit den beiden US-Profis Justin Rutty und Marvin Owens die beiden Liga-Topskorer spielen und erneut zeigten, dass sie wahre «Punktemaschinen» sind.

Routine und Intelligenz

Seit einer Woche können die «Wings» auf Julien Rahier zählen. Und der 29-jährige Belgier, einst Nationalspieler in seiner Heimat, zeigte, dass Basketball vor allem ein Denksport ist. Ruhig, überlegt und fast immer die richtige Lösung findend, wurde der Neuzuzug (dessen Vertrag nur bis Ende Januar 2013 garantiert ist) zurecht zum besten Starwings-Akteur gewählt. Auch wenn ein Justin Dobbins unter den Brettern für viel Wirbel und «Action» mit seinen Rebounds und Dunkings sorgte. Auch wenn Brandon Jenkins den Aufbau organisierte und zeitweise mit «überhöhter Geschwindigkeit» zum Korb penetrierte. Routinier Tony McCrory erhöhte im letzten Viertel mit Achtmeter-Würfen fortlaufend das Skore. Und Jaraun Burrows bewies, dass es auf den Bahamas nicht nur Sprinter, sondern auch sehr gute Basketballer gibt. Und weil Joël Fuchs dieses ausländische Quintett wirkungsvoll mit fünf Dreiern unterstützte und ergänzte, gelang den Starwings ein souveräner Sieg.

Trainer ist stolz

«Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie innert 48 Stunden zwei derart starke Darbietungen gezeigt hat. Wir sind jetzt im direkten Duell besser als Nyon», meinte Cheftrainer Roland Pavloski, der auch Niels Matter (aufopferungsvolle Defensearbeit und ein gewaltiger Dunking nach einem wunderbaren Rahier-Pass) und Robert Devcic (frech, sein Dreipunktwurf, als das Starwings-Spiel ins Stocken geraten war) Spielminuten gewährte.

Bereist am Donnerstag folgt das nächste und letzte Meisterschaftsspiel in diesem Jahr. Bei Tabellenführer Fribourg hat das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat nichts zu verlieren, aber einiges zu gewinnen. Kann diese Mannschaft in dieser Besetzung weiter spielen und die Breite gesteigert werden, so sind die Starwings zumindest in der heimischen Sporthalle Birsfelden ein Bollwerk. Fast wie vor acht Jahren, als sich der Exote aufmachte, die schweizerische Basketball-Szene zu beleben.