Basketball
Starwings: Aushängeschild und Exot in der höchsten Spielklasse

Die Starwings sind der einzige Deutschschweizer Klub in der höchsten Spielklasse und steigen am Samstag in ihre siebte NLA-Saison in Folge.

Georges Küng
Merken
Drucken
Teilen
Attraktion: Jaraun Burrows (l.). zvg

Attraktion: Jaraun Burrows (l.). zvg

bz Basellandschaftliche Zeitung

Fünf Vereine aus der Romandie, drei Vertreter aus dem Tessin – und die Starwings, das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat aus der alemannischen Schweiz. So präsentiert sich die Schweizer Basket-Landkarte im Oberhaus.

Weil die Grasshoppers aus Zürich nach der letzten Aufstiegssaison wieder den Gang in die Nationalliga B angetreten haben, sind die Starwings – geografisch gesehen – ein Unikat. Und Exote zugleich. Doch mit dieser Rolle wird der 2002 gegründete Klub leben müssen. Nach dem Höhenflug in der Saison 2009/10 mit dem historischen Cupsieg 2010 und einer durchzogenen letzten Spielzeit folgt nun die Konsolidierungsphase.

Ein Teamsport

Aus der einstigen ausländischen Profi-Armada ist ein Berufs-Duo geworden. Sowohl Jaraun Burrows, der Mann von den Bahamas, wie auch Brandon Jenkins (USA) haben in der Vorbereitungszeit und Testspielen gezeigt, dass sie Basketball als Teamsport interpretieren.

Sie sind Begleiter und Supporter von Schweizer Akteuren, die heuer nicht nur über viel Spielzeit verfügen werden, sondern auch viel Verantwortung übernehmen müssen. Es liegt an Miroslav Petkovic (22), Joël Fuchs (22), Niels Matter (24) und Roman Albrecht (21) zu beweisen, dass sie fähig sind, Akzente in der NLA zu setzen. Petkovic ist als erster Aufbauer und Spielmacher vorgesehen – eine verantwortungsvolle Aufgabe für den Zürcher mit serbischen Wurzeln.

Fuchs ist ein begnadeter Distanzwerfer, doch der Regensdorfer muss sein Repertoire erweitern und seine Gegenspieler mehr beschäftigen. Der Kleinbasler Matter ist physisch sehr stark und in der Zone ein unangenehmer Mann. Zu hoffen ist, dass er seine letztjährige miserable Freiwurfquote massiv verbessert und im Angriff vermehrt punktet. Beim Aargauer Albrecht, mit 211 Zentimetern der grösste Schweizer Spieler, wäre man froh, wenn er die Bretter dominiert. Auch wenn auf seiner Position bei den Rivalen praktisch nur ausländische, teilweise hochkarätige Centers zum Einsatz gelangen.

Trend zu tieferen Budgets

Dass die Starwings kein Titelfavorit sind, muss nicht explizit erwähnt werden. Vielmehr sind die Baselbieter jener Klub, der am wenigsten Profispieler (zwei plus Feierabend-Profi Tony McCrory) und das kleinste Budget (300000 Franken) aufweisen. Und dennoch könnte die Zukunft im Schweizer Basketball für die Starwings sprechen. Noch gibt es Klubs wie Titelhalter Lugano, Herausforderer Genf oder Rekordmeister Fribourg, die mit Millionen-Budgets operieren. Aber es gibt auch Vereine wie SAM Massagno (drei Ausländer), BBC Nyon oder BC Boncourt (je vier Profis), welche nicht die Höchstzahl von fünf erlaubten ausländischen Akteuren aufweisen. Weil die Mittel fehlen. Und ob in Lugano oder Genf jedes Jahr siebenstellige Beträge vorhanden sein werden, ist ungewiss.

Die letzten Starwings-Testspiele, namentlich jenes im Wallis gegen den BBC Monthey – die Baselbieter gewannen 75:65 gegen fünf ausländische Profis und drei Nationalspieler – haben bewiesen, dass mit Einsatz und Solidarität einiges wettgemacht werden kann. «Unser Saisonziel ist das Erreichen der Playoffs. Wenn wir von Verletzungspech verschont bleiben und sich alle in den Dienst der Mannschaft stellen, ist diese Vorgabe realistisch», so Cheftrainer Danijel Eric und Assistent Roland Pavloski. Zu erwähnen bleibt, dass acht von neun Teams die Playoffs erreichen und es keinen Absteiger geben wird.